Die wahren Helden des Eishockey-Turniers: Eine Zamboni auf olympischem Eis

Die wahren Helden des Eishockey-Turniers
Eine Zamboni auf olympischem Eis

Sie stehen unter einem ganz speziellen Olympischen Druck. Ohne die Zamboni-Fahrer läuft im wahrsten Sinne des Wortes Nichts bei Olympia. Eine halbherzige Arbeit könnte schwerwiegende Folgen haben.

Dan Craig sagt es mit Stolz in der Stimme: "Wir sind ein internationales All-Star-Team." Natürlich. Was auch sonst? Ist schließlich Olympia. Und da dürfen nur die besten hin. Die besten Skiläufer, die besten Biathleten, die besten Eisschnellläufer. Und die besten Zamboni-Fahrer.

type="person" value="? Zamboni, Frank J.">Zamboni nennt die angelsächsische Welt jene Trecker-artigen Fahrzeuge, die beim Eishockey, Eiskunstlauf und Eisschnelllauf das Eis aufbereiten. Zwar gibt es mehrere Produzenten, doch hat der Kalifornier Frank J. Zamboni die Technik erfunden - und so ist sein Name heute Synonym für Schuhkartons auf Rädern. "Wir haben uns oft gefragt: Wäre das auch so, wenn wir Smith heißen würden?", schmunzelt Donald Zamboni, der Enkel des Gründers, der zu Olympia ins Land der Vorfahren gereist ist.

Denn auch die Spiele in Turin brauchen Eisaufbereitung. Und weil die Zahl der Wettbewerbe die Kapazitäten der italienischen Eismeister - in Deutschland ist dies übrigens ein anerkannter Lehrberuf - übersteigt, kommen sie aus aller Welt angereist. "Sie müssen Rückgrat und Erfahrung haben", erläutert der Finne Jukka-Pekka Vuorinen. Als Direktor des olympischen Eishockeyturniers war er für die Auswahl der 18 Eishockey-Eismeister verantwortlich. "Wenn die Halle voller Fans ist und Millionen Menschen am Fernseher sitzen, wird man nervös und macht Fehler. Ich wollte Fahrer, die ihre Aufgabe ernst nehmen."

Kapitän der Mannschaft ist der Kanadier Craig, der oberste Eismeister der nordamerikanischen Liga NHL. Spitzname: "Eis-Guru". Mit 16 fuhr er seine erste Zamboni - das ist 34 Jahre her. Sein Sohn Mike ist auch in Turin, ihm brachte er das Zamboni-Bedienen bei. "Die Leute glauben, es sei ein Spaß, eine Aufbereitungsmaschine zu fahren", sagt der Senior: "Sie verstehen nicht, den Druck bei einer Veranstaltung wie dieser. Die besten Spieler der Welt sind hier, jeder in der Eishockey-Szene schaut, was hier passiert."

Die vier Finnen unter den Eismeistern bleiben gelassener: "Ich sehe diese Millionen Zuschauer nicht. Ich halte mich an meine Arbeit", sagt der 41-jährige Jussi Rytkonen. Während er die Zamboni mit dem Logo der Winterspiele über die Eisfläche des Torino Esposizioni steuert, ist sein Blick starr nach vorn gerichtet:"Ich bin immer sehr konzentriert."

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