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Dittmer sichert sich siebtes WM-Gold

Bei der WM in Zagreb haben die deutschen Kanuten am Samstag viermal zu Gold gegriffen. Christian Gille/Tomasz Wylenzek, Katrin Wagner-Augustin, Andreas Dittmer und der Herren-Viererkajak sicherten sich die Titel.

Die deutschen Kanuten haben bei der Weltmeisterschaft in Zagreb über 1000m mit vier Goldmedaillen und Bronze für die unverwüstliche Birgit Fischer nahtlos an ihren Siegeszug bei Olympia angeknüpft. Canadier Andreas Dittmer mit seinem 7. Titel, der Zweier-Canadier Christian Gille/Tomasz Wylenzek, Katrin Wagner-Augustin und völlig überraschend der von Lutz Altepost angeführte Viererkajak sorgten auf dem Jarunsee für die ersten Ränge.

"Einfach Wahnsinn, das kann ich gar nicht so schnell verarbeiten", sagte Sportdirektor Jens Kahl. Lachend fügte der Interims-Chefbundestrainer hinzu: "Jetzt kann ich nach Hause fahren, wir haben schon unser Soll erfüllt." In den neun Rennen gab es neben den Titeln noch zwei Silber- und zwei Bronzemedaillen. Nur Björn Goldschmidt aus Karlsruhe ging im Einerkajak als Siebter leer aus. Die Finals über 500 und 200m finden am Sonntag (ab 9.00 Uhr) statt.

Fischer im "wackeligen Boot" auf Bronzekurs

Die in Topform befindliche Fischer konnte bei ihrer ersten WM seit sechs Jahren den ansonsten unerfahrenen Vierer nicht ganz nach vorn treiben. Hinter Ungarn blieb nach Zielfoto-Entscheid der dritte Rang hinter Rumänien. "Ich habe noch nie in so einem wackligen Boot gesessen", meinte die in dieser Saison durch gesundheitliche Probleme beeinträchtigte deutsche Rekord-Olympiasiegerin: "Bronze ist in Ordnung, wir haben schließlich nicht viel zusammen geübt."

Die 43-jährige Fischer musste noch unmittelbar vor dem Start Maren Knebel (20), Judith Hörmann (22) und Carolin Leonhardt (20) wegen Rechtslastigkeit zum Geradesitzen auffordern. Zum 28. WM-Titel in ihrer einmaliger Laufbahn fehlten dann 1,200 Sekunden. "Wir sind eben nicht unbedingt die 1 000-Meter-Freaks", so Fischer.

Die Trainer hatten trotz einer regelrechten Leistungsexplosion der Rekord-Weltmeisterin den Einsatzplan nicht mehr geändert und die Powerfrau nicht in die olympischen Teamboote über 500m gesetzt. Im Sprint mit ihrer 18-jährigen Nichte Fanny Fischer scheint eine weitere Plakette möglich. Insgesamt hat Fischer seit 1979 schon 36 WM-Medaillen eingesammelt.

Ein anderer Routinier stand restlos glücklich auf dem obersten Podestplatz. Dittmer ließ den in Athen siegreichen Spanier David Cal ganz klar hinter sich. "Ich habe die letzten Meter richtig genossen, konnte sogar schon vorher jubeln - ich beneide immer die Sportler, die mit klarem Vorsprung rückwärts ins Ziel kommen können", so der 33-jährige Neubrandenburger: "Es ist eine riesige Genugtuung."

Der dreimaligen Olympiasiegerin Wagner-Augustin lief es nach ihrem ersten Erfolg im Einerkajak eiskalt den Rücken herunter. "Ich hatte bei der Siegerehrung Gänsehaut", sagte die Potsdamerin. Dass sie gewinne, sei ihr aber schon vor dem Rennen klar gewesen. Für die 27-Jährige war es der dritte WM-Titel.

"Absoluter Hammer"

Als "absoluten Hammer" bezeichnete Kahl den Triumph des Flaggschiffes. Nach der EM-Pleite (Rang acht) vor vier Wochen tauschte Altepost (Essen) die Position mit Schlagmann Norman Bröckl (Berlin). "Und es lief super. Wir haben uns alle zusammengerissen", meinte Altepost. Auch Olympiasieger Gille war nach seinem dritten WM-Gold, dem ersten mit Wylenzek (Essen), überglücklich. "Einfach traumhaft. Aber noch schöner wäre es, wenn wir jetzt auch noch über die 500 Meter vorn sind", so der Leipziger.

Silber gab es noch für die Zweierkajaks Maike Nollen/Nadine Opgen-Rhein (Berlin/Essen) und Andreas Ihle/Marco Herszel (Magdeburg). Der Vierer-Canadier mit Schlagmann Robert Nuck (Leipzig) wurde Dritter.

Acht von neun Booten im Finale

Acht von neun deutschen Booten haben die Sprint-Finals am Sonntag erreicht. Nur Vierer-Weltmeister Lutz Altepost (Essen) schied im Einerkajak über die 200m als Halbfinal-Fünfter aus. Die 43-jährige Birgit Fischer schaffte dagegen wie erwartet mit ihrer 18-jährigen Nichte Fanny Fischer als Gewinnerin des Semifinals souverän den Einzug in das Rennen um die Medaillen.

Insgesamt brachte der Deutsche Kanu-Verband (DKV) auf den drei Distanzen 25 von 27 Booten in die Endläufe am Wochenende. Am ersten Finaltag hatte es über 1000m vier Titel sowie insgesamt acht Medaillen gegeben.

© SID

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