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DLV durchleuchtet alle nationalen Rekorde

Der DLV hat mit dem Einsatz einer Kommission zur Überprüfung aller nationalen Rekorde auf den Antrag von DDR-Dopingopfer Ines Geipel, die ihre Streichung aus der Bestenliste des Verbandes beantragte, reagiert.

Mit dem Einsatz einer Kommission zur Überprüfung aller nationalen Rekorde hat der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) auf den Antrag von DDR-Dopingopfer Ines Geipel reagiert. Die ehemalige DDR-Sprinterin und Weitspringerin beantragte bei dem Verband, ihren Namen aus der Rekordliste zu streichen.

Seit 1984 wird Geipel unter ihrem Mädchennamen Schmidt mit der Staffel des SC Motor Jena (Schmidt, Wöckel, Auerswald, Göhr) als 4x100-m-Vereinsrekordlerin geführt (42,20 Sekunden/Erfurt). Am 28. Juli 2005 schrieb sie einen Brief an den DLV, um die Streichung ihres Namens zu erwirken.

Suche nach Beweisen

"Ziel der Kommission ist es, zu prüfen, ob unter Berücksichtigung aller in der Zwischenzeit zur Verfügung stehenden Erkenntnisquellen Beweise vorliegen, nach denen bisher gültige Leichtathletik-Rekorde in Ost und West aufgrund von Doping nicht aufrecht erhalten werden können", sagte DLV-Präsident Clemens Prokop. Dabei gehe es nicht nur um den Fall Geipel, "sondern um eine umfassende Prüfung aller Leichtathletik-Rekorde in Ost und West aus der Vergangenheit".

Prokop gehört neben Weltverbands-Vizepräsident Helmut Digel, Mediziner Wilfried Kindermann sowie Anne Jakob, der Vorsitzenden der Anti-Doping-Kommission des Verbandes, dem Gremium an. Die Führung soll ein externer Experte übernehmen.

"Ich finde, es ist ein guter Schritt, dass der Verband davon abrückt, mein Ansinnen zu vereinzeln und das Problem stattdessen generell angeht", sagte Ines Geipel dem Sport-Informations-Dienst (sid). Prokop betonte im Zusammenhang mit der Schaffung der Kommission jedoch noch einmal, dass "ein Rekord grundsätzlich nur aberkannt werden kann, wenn ein Kausalnachweis zwischen der Einnahme von Dopingmitteln und dem bestehenden Rekord geführt wird".

Der Verband hat im Jahr 2000 beschlossen, dass kein Dopinggeständnis mehr notwendig ist, um einen Rekord abzuerkennen. Erforderlich sind auch "rechtsstaatliche Nachweismethoden" wie Zeugenaussagen, Urkunden und Gutachten von Sachverständigen.

© SID

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