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DLV mit bisheriger WM-Bilanz sehr zufrieden

Der DLV hat bei der Leichtathletik-WM schon vor Vergabe der letzten 17 Titel eine positive Bilanz gezogen. "Hinsichtlich Anzahl der Medaillen haben wir unsere Pflicht erfüllt", sagte Sportdirektor Frank Hensel.

Die Nacht war kurz für Steffi Nerius, Zimmerkollegin Franka Dietzsch hatte sie um 2.30 Uhr mit ihrer Goldmedaille geweckt. "Wir haben dann noch lange gequatscht. Das war keine ideale Vorbereitung auf die Qualifikation", erzählte die Olympiazweite zwölf Stunden später.

Doch auch Steffi Nerius hatte anderntags Grund zur Freude: Mit persönlicher Bestleistung von 66,52m zog die Leverkusenerin mit dem ersten Wurf der Qualifikation als Beste aller ins Finale ein. Mit dem dritten Versuch kam auch die Weltranglistenvierte Christina Obergföll (Offenburg) weiter.

DLV sieht Pflicht erfüllt

Schon vor der Vergabe der letzten 17 Titel sieht der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) die Pflicht erfüllt und schickt nun seine Silbermädchen in die Kür. Während Steffi Nerius wie schon im Vorjahr in Athen die letzte deutsche Medaillenchance nutzen will, greift am Samstag Nadine Kleinert (Magdeburg) im Kugelstoßring nach Edelmetall. Exakt jenes Duo, das bei den Sommerspielen in Griechenland mit den beiden einzigen deutschen Medaillen ein totales Desaster verhindert hatte.

"Hinsichtlich Anzahl und Qualität der Medaillen haben wir unsere Pflicht erfüllt", sagt Frank Hensel, Sportdirektor und Generalsekretär des DLV, am Freitag mit genüsslicher Gelassenheit. "Auch bezüglich der Platzierungen haben wir das Minimalziel übertroffen, besser zu sein als im Vorjahr in Athen", versichert der früher als Hürdentrainer erfolgreiche Ex-Zehnkämpfer. In der ersten Runde scheiterten zwar binnen zwei Tagen acht Athleten, aber immer noch viel weniger als 2004 in Athen oder bei der WM 2003 in Paris. 16 erreichten bisher Saisonbestleistungen.

"Eine Medaille, egal, welche"

Steffi Nerius, deren Leverkusener Klubkamerad Nils Winter (7,91m) im Weitsprung ebenfalls das Finale erreichte, meinte zu ihrem großen Wurf: "Ich wollte im ersten Versuch alles klar machen, um meinen Rücken zu schonen, aber eine persönliche Bestleistung hätte ich nicht für möglich gehalten." Nerius steigerte sich um neun Zentimeter und ist noch 39 entfernt vom deutschen Rekord (66,91m) der Berlinerin Tanja Damaske: "Ich weiß, dass ich auch über 67 Meter werfen kann. Aber mein Ziel vor dem Finale bleibt unverändert: Eine Medaille, egal, welche."

Auch die Konkurrenz war stark, vor allem die beiden in der Weltrangliste vor ihr liegenden Kubanerinnen. Olympiasiegerin Osleydis Menendez (68,47m) legte gleich 65,77m vor, die Olympiafünfte Sonia Bisset (67,67) 64,5 m.

"Nun ist der Kopf wieder frei"

Zum bereinigten Konflikt mit DLV-Präsident Clemens Prokop, dem sie Profilierungssucht und zu viel Distanz zu den Athleten vorgeworfen hatte, sagt Nerius, die einzige deutsche Leichtathletin, die dreimal in Folge (2002 EM-Silber, 2003 WM-Bronze, 2004 Olympia-Silber) Medaillen gewann: "Das hat mich schon zwei Tage ganz schön belastet, dass ich da teilweise falsch zitiert wurde. Aber wir hatten ein nettes Gespräch. Er hat von mir gelernt, ich von ihm. Und nun ist der Kopf wieder frei."

Nadine Kleinert, die mit blau-weiß lackierten Fingernägeln das finnische Publikum hinter sich bringen will, präsentierte sich vor der ersten Runde im Kugelstoßring selbstsicher wie selten. "Die Medaille von Athen und meine Steigerung auf 20 Meter geben mir viel Selbstvertrauen", sagt die 1,90m lange Sportsoldatin, 1999 und 2001 bereits Vize-Weltmeisterin.

Auch sie ist mit 20,06m Dritte der Weltrangliste hinter der Weißrussin Nadeschda Ostaptschuk (21,09) und der Russin Swetlana Kriweljowa (20,24) und wird langsam kribbelig: "Es muss jetzt losgehen, bevor die Motivation flöten geht."

© SID

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