sonstige Sportarten
DLV-Teams sollen verändert werden

Der Sportdirektor und Generalsekretär des DLV, Frank Hensel, hat angekündigt, die deutschen Kader nach der WM in Helsinki zu verändern. "Fünf bis acht Athleten werden in den Perspektivkader aufrücken", sagte Hensel.

Keine Auferstehung nach dem Untergang bei den Olympischen Spielen von Athen 2004. "Aber die Bilanz von Helsinki hält uns den Rücken frei und erhöht die Akzeptanz, die eingeleiteten Maßnahmen weiterzuführen", sagt Frank Hensel, Sportdirektor und Generalsekretär des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), in einer ersten WM-Bilanz. Der 54-Jährige stellt jedoch angesichts vieler in den letzten Jahren früh gescheiterter Athleten skeptisch fest: "Ich bin gespannt, ob wir die Früchte unserer Arbeit ernten."

Kader sollen nach der WM verändert werden

Hensel kündigte an, dass die Kader mit insgesamt rund 420 Athleten nach der WM in einigen Bereichen entscheidend verändert werden. "Fünf bis acht Athleten werden in den Perspektivkader aufrücken, unter ihnen sind auch der Berliner Zehnkämpfer Andre Niklaus und der Leverkusener Hammerwerfer Markus Esser." Beide hatten überraschend im Finale vierte Plätze belegt und gehören zur Altersgruppe der 53 Athleten im Alter von 17 bis 30 Jahren, aus denen der im Herbst nach Olympia gebildete Kader mit seinen besonderen Förderungsmaßnahmen besteht.

Nach öffentlichem und internem Streit um die Zugehörigkeiten und Nicht-Zugehörigkeiten zu diesem Kader, teilweise auf Missinformation bestehend (Hensel: "Es ist ein Ressort für die Jungen, mit Blick auf Olympia 2008 oder gar 2012") bietet der DLV nun einen Kompromiss an. "Wir bieten einigen erfolgreichen älteren Athleten den gleichen Service an, den die Jungen im Perspektivkader genießen. Es geht dabei nicht um mehr Geld, sondern um Dinge wie Ernährungsberatung, psychologische Hilfe, Gesundheitsmanagement und Weiteres."

In Frage kommen hier in erster Linie auch Diskus-Weltmeisterin Franka Dietzsch (Neubrandenburg/37) und der WM-Dritte Michael Möllenbeck (Wattenscheid/36). Bereits im Peking-Kader vertreten ist der Neubrandenburger Kugelstoß-Dritte Ralf Bartels. Ansonsten erreichten aus diesem Kreis junger Athleten der Berliner Geher Andre Höhne (4.) und der Kornwestheimer 200-m-Spezialist Tobias Unger (7.) Finalränge von eins bis acht.

Kritik an Hammerwerferinnen

Während sich viele DLV-Athleten durch Leistung und Kampfkraft positiv präsentierten, kritisierte Hensel am Samstag vor allem die Hammerwerferinnen, die die Erwartungen nicht erfüllt hätten. Nur Susanne Keil (Leverkusen) hatte die Qualifikation überstanden, spielte im Finale (12.) jedoch keine Rolle. Ansonsten sei im Kugelstoßen die Weltranglisten-Vierte Petra Lammert (Stuttgart) die erste Athletin gewesen, die in der Weltrangliste weit vorn gestanden habe, aber in der ersten Runde gescheitert sei. Hensel: "Sie wird sicherlich dennoch ihren Weg machen."

Die insgesamt gute Vorstellung der DLV-Athleten in Helsinki führt Chefarzt Uwe Wegener (Hannover) darauf zurück, dass die Mediziner bei Verband und Athleten mit ihren Vorstellungen über Vorbeugung von und Umgang mit Verletzungen ein deutlich offeneres Ohr finden würden. Der Orthopäde (46), der als 400-m-Läufer in der Staffel unter anderem bei den Europameisterschaften 1978 in Prag dabei war, lobt: "So wenig Problemfälle wie hier habe ich noch nicht erlebt. Bei den Athleten existiert ein anderes Bewusstsein. Wer nicht fit war, ist zu Hause geblieben."

© SID

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