Doping-Affäre bei Olympia
ÖOC gesteht Fund verbotener Hilfsmittel

Nachdem Österreichs Skiverbandspräsident Schröcksnadel den Fund von Doping-Beweisen bisher nur indirekt zugegeben hatte, bestätigte das nationale Olympische Komitee (ÖOC) erstmals den Fund von verbotenen Hilfsmitteln.

HB TURIN. Im Doping-Skandal um seine Olympia-Mannschaft hat das Österreichische Olympische Komitee (ÖOC) erstmals den Fund verbotener Hilfsmittel eingestanden. "Es wurde absolut nicht erlaubtes Equipment gefunden, darunter Material zur Bluttransfusion", sagte Generalsekretär Heinz Jungwirth.

Mit einer am Mittwoch ins Leben gerufenen Kommission will das ÖOC selbst zur Aufklärung beitragen, um die befürchtete massive Bestrafung durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) abzumildern. "Beim IOC braut sich eine Wolke zusammen. Ob die Testergebnisse positiv oder negativ sind, ist egal. Wir müssen reagieren, bevor wir uns alles aus der Nase ziehen lassen", sagte Jungwirth gegenüber der Nachrichtenagentur APA. Bisher hatte Österreichs Skiverbandspräsident Peter Schröcksnadel den Fund von Doping-Beweisen nur indirekt zugegeben.

Der Doping-Skandal droht derweil über die Winterspiele hinaus zur Hängepartie für das IOC zu werden. "Wir werden den Fall vollumfänglich aufklären, dabei werden die Doping-Tests eine von verschiedenen zu berücksichtigenden Informationen sein", erklärte IOC-Vizepräsident Thomas Bach am Mittwoch. Die Testergebnisse der zehn Biathleten und Langläufer des Austria-Teams lagen vier Tage nach den Kontrollen noch nicht vor. Da das IOC für die Untersuchung der Affäre auch die bei Doping-Razzien der Carabinieri gewonnenen Erkenntnisse verwerten will, dürfte über Sanktionen erst nach den Turin-Spielen von einer Disziplinarkommission entschieden werden.

Die Analyse von Bluttests, wie sie vom IOC bei den Österreichern veranlasst wurden, dauert normalerweise 72 Stunden. "Dieses Zeitfenster ist eine Schätzung. Das ist nicht so eine einfache Sache wie Fiebermessen", erklärte IOC-Sprecherin Giselle Davies, die aber eine Bekanntgabe der Test-Ergebnisse bis Samstag für möglich hält. IOC-Präsident Jacques Rogge hatte zudem angedeutet, dass es sich nicht um eine "normale" Analyseprozedur handele.

Im besonderen Doping-Verdacht stehen die beiden Weltklasse- Biathleten Wolfgang Perner und Wolfgang Rottmann, die unmittelbar nach der Polizei-Aktion Samstagnacht aus Italien geflüchtet waren. Auch Trainer Emil Hoch hatte sich in die Heimat abgesetzt. Alle drei sind vom Österreichischen Ski-Verband (ÖSV) suspendiert worden. Besonders im Visier der Fahnder stand aber der von Olympia verbannte Langlauftrainer Walter Mayer, der durch sein Auftauchen in der Turin- Region und eine Flucht mit Amokfahrt Auslöser des Skandals ist.

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