Doping-Affäre: Biathlon-Trainer rammt Polizeiwagen

Doping-Affäre
Biathlon-Trainer rammt Polizeiwagen

Während einer nächtlichen Razzia bei Österreichs Biathleten und Langläufern hat die Polizei einem Pressebericht zufolge "Spritzen und Substanzen" gefunden. Wäre das nicht schon schlimm genug, flüchtete anschließend auch noch der Hauptverdächtige vor der Polizei.

HB TURIN. Mit der spektakulären Polizei-Razzia im Quartier der österreichischen Biathleten und Langläufer ist bei Olympischen Spielen ein neues Kapitel der Doping-Bekämpfung eröffnet worden. Während rund 30 Carabinieri Häuser und Bewohner durchsuchten, wurden zehn Athleten von Kontrolleuren des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) bei dieser beispiellosen Parallel-Aktion von Sport und Staat zum Doping-Test verpflichtet.

Im Visier der staatlichen Fahnder standen weniger die Sportler als der Biathlon-Trainer Walter Mayer, der nach der so genannten "Blutbeutel-Affäre" bei den Winterspielen 2002 in Salt Lake City vom IOC einschließlich Vancouver 2010 von Olympia ausgeschlossen wurde. Er war dennoch zu den Turin-Spielen angereist. "Die italienische Polizei hat ihn und nicht unsere Athleten gesucht", sagte der Generalsekretär des Österreichischen Olympischen Komitees, Heinz Jungwirth. Das ÖOC hat inzwischen einen italienischen Rechtsanwalt mit der Prüfung des Falls beaufragt.

Allerdings überschlugen sich die Ereignisse am Sonntagabend. Am Abend fand die österreichische Polizei den gesuchten Mayer schlafend in einem geparkten Auto im nahe der italienischen Grenze gelegenen Paternion. Eine Alkoholkontrolle verweigerte er und versuchte stattdessen, zu entkommen. Auf der Flucht raste er in ein zur Absperrung quer gestelltes Polizeiauto. Mayer blieb unverletzt, teilte die Polizei mit. Die Beamten nahmen ihn in Gewahrsam. Der ÖSV entließ ihn als Trainer.

Mayer, gegen den in Italien inzwischen wegen "Verdachts eines Verbrechens" ermittelt wird, gehöre nicht offiziell zum Olympia-Team, versuchte ÖOC-Generalsekretär Jungwirth die Lage zu entspannen. "Er ist als Privatmann mit Eintrittskarte hier". Allerdings hat er im Haus der Biathleten zumindest eine Nacht verbracht. "Es stimmt, Walter Mayer hat hier in unserem Quartier einmal geschlafen, und zwar als er angekommen ist", bestätigte Biathlon-Cheftrainer Alfred Eder. Das IOC präsentierte zudem ein offizielles Olympia-Foto des österreichischen Biathlon-Teams, auf dem Mayer zu sehen ist. Im Quartier des Langlauf-Coachs von Christian Hoffmann, 30-km-Olympiasieger von 2002, waren vor vier Jahren in Salt Lake City Blutbeutel und Injektionsnadeln gefunden worden.

Seite 1:

Biathlon-Trainer rammt Polizeiwagen

Seite 2:

Seite 3:

Seite 4:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%