Doping-Affäre
Ullrich-Anwälte gehen gegen „El Pais" vor

Jan Ullrich hat kurz vor dem Beginn der Tour de France seine Anwälte beauftragt, gegen die Madrider Zeitung „El Pais" vorzugehen. Das Blatt hatte den T-Mobile-Star mit dem spanischen Dopingskandal in Verbindung gebracht.

Rad-Star Jan Ullrich geht in die Offensive: Drei Tage vor dem Beginn der Tour de France hat der T-Mobile-Kapitän seine Anwälte beauftragt, gegen die Madrider Zeitung "El Pais" vorzugehen, die ihn mit dem spanischen Dopingskandal in Verbindung gebracht hatte: "Sie werden die erforderlichen Schritte einleiten, ich habe mit dem Vorgang absolut nichts zu tun", teilte der Toursieger von 1997 am Mittwoch auf seiner Webseite mit.

Weil die Behörden noch keine Informationen weitergaben, steht Ullrichs Start am Samstag laut Tour-Ausrichter ASO "nach derzeitigem Stand" nichts im Wege. Der Wahl-Schweizer traf am Mittwoch im Elsass ein. Für den Abend stand ein Mannschaftsessen auf dem Programm.

T-Mobile-Star muss mit Vernehmung rechnen

Ullrich muss allerdings damit rechnen, am 13. Juli von der Guardia Civil zur Vernehmung geführt zu werden. An diesem Tag endet die elfte Etappe auf spanischem Boden in Val d´Aran in den Pyrenäen.

El Pais hatte unter Berufung auf die Ermittlungen hinter den Code-Bezeichnungen "Jan" und "Rudis Sohn" auf Blutproben auf Ullrich und dessen sportlichem Leiter Rudy Pevenage geschlossen. Ob der 32-jährige T-Mobile-Kapitän zu seiner eigenen Entlastung mittels Haarprobe zu einer DNA-Analyse bereit ist, blieb allerdings weiter offen.

"Das ist noch einfacher als ein Vaterschaftstest. Wenn er sich dem verweigert, muss er ein schlechtes Gewissen haben", sagte der Heidelberger Dopingexperte Werner Franke der Süddeutschen Zeitung. Teamsprecher Luuc Eisenga sagte dazu: "Dies ist eine persönliche Entscheidung, auf die der Rennstall keinen Einfluss nehmen wird."

Winokurow-Team nicht bei der Präsentation dabei

Im Gegensatz zu Ullrich darf das spanische Team Astana-Würth um Mitfavorit Alexander Winokurow und den Ansbacher Jörg Jaksche nicht an der Präsentation der Tour-Mannschaften teilnehmen, die am Donnerstag um 18.30 Uhr vor dem Europäischen Parlament in Straßburg beginnt.

Die ASO gab bekannt, Astana sei bis zur Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofes CAS zum Startrecht "unerwünscht" und suspendiert. Der CAS kündigte sein Urteil für Freitagmittag zwölf Uhr an. Mit dem Fall wurde wegen der Dringlichkeit nur der Belgier Guido de Croock als Einzelrichter betraut, während normalerweise ein Dreier-Gremium tagt.

Kein Startverzicht von Astana-Würth

Astana-Würth wird vorerst auch nicht zur medizinischen Kontrolle zugelassen, der sich alle anderen Fahrer am Donnerstag unterziehen müssen. Dies könne gegebenenfalls am Freitag erfolgen, hieß es in der Tour-Stellungnahme. Die ASO hatte Astana wegen deren möglicher Verwicklung in die Affäre zum freiwilligen Startverzicht aufgefordert und nach der Weigerung des Rennstalls den CAS angerufen.

Zur Tour-Parade sind damit noch 20 Mannschaften mit 180 Fahrern zugelassen. Winokurow kritisierte nach seiner Ankunft in Straßburg die Aussperrung scharf und drohte mit Schadensersatzforderungen der Sponsoren an die Tour-Organisation.

UCI droht Fahrern mit Ausschluss

Unterdessen drohte der Radsport-Weltverband UCI allen Fahrern der Tour de France mit dem Ausschluss, wenn sie in den Dopingskandal verwickelt sein sollten. Verbands-Präsident Pat Mcquaid forderte die Protour-Teams in einem Schreiben auf, von ihren Fahrern schriftlich versichert zu bekommen, dass sie nicht in den Skandal involviert seien. "Wenn sich herausstellen sollte, dass sie eine falsche Aussage gemacht haben, würden sie von der Tour ausgeschlossen werden", sagte Mcquaid.

© SID

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