Doping
Gelder für Armstrong fließen weiter

Lance Armstrong fuhr unbeeindruckt ein Mountainbike-Rennen in Colorado. Die Branche und Sponsoren bekunden größtenteils Solidarität mit ihm. Auch Eurosport hält an der Liverübertragung der Tour fest. ARD und ZDF aber sind raus.
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Austin/ Berlin/ DüsseldorfDen Sturz vom Denkmal hat Lance Armstrong scheinbar ungerührt verkraftet. Der 40 Jahre alte Texaner stieg nach der Bestrafung durch die US-Anti-Doping-Agentur USADA wieder aufs Rad und landete bei einem Hobby-Mountainbike-Rennen in Colorado auf Platz zwei - hinter einem 16-Jährigen. „Niemand muss um mich weinen. Mir wird es prächtig gehen“, tönte Armstrong, der mit einer lebenslangen Sperre und dem Verlust seiner sieben Erfolge bei der Tour-de-France belegt worden war. Keine Beichte, keine Reue - Business as usual. „Der König ist nackt“, schrieb der Figaro.

Der Internationale Radsportverband UCI und die Tour-Organisation ASO haben erstmal auf Warte-Modus geschaltet. Zunächst müssten die Urteilsbegründungen in Ruhe gesichtet werden, hieß es offiziell. Dabei trägt gerade die UCI Mitverantwortung für diesen skandalösen Fall und das undurchsichtige System, in dem Armstrong trotz handfester Doping-Indizien ganz offensichtlich einen Sonderstatus genoss. Zudem ist die von ihnen verwaltete und gestaltete Ordnung nicht imstande, schnelle und nachvollziehbare Entscheidungen zu treffen.

Für das deutsche Fernsehen hat der neuerliche Doping-Skandal um Armstrong allerdings noch keine Konsequenzen. ARD und ZDF verzichten seit dieser Saison sowieso auf eine Live-Übertragung der Tour de France. Offizielle Begründung: rückläufiges Zuschauerinteresse. Großereignisse anderer Sportarten, auf denen ebenfalls ein Doping-Schatten liegt, wie Leichtathletik, Biathlon oder Boxen, werden jedoch weiter übertragen. Im deutschen Fernsehen ist die Tour de France live nur noch auf Eurosport zu sehen. Daran hält der Spartensender laut Sprecher Werner Starz auch weiterhin fest. „Wir sehen keinen Grund, die Tour nicht weiter zu übertragen. Die Entwicklungen im Fall Armstrong sind für uns vielmehr ein Zeichen, dass die Maßnahmen gegen Doping zu greifen beginnen", sagte er Handelsblatt Online. Als deutschsprachige Alternative zu Eurosport bleibt noch das Schweizer Fernsehen, das wie Eurosport live dabei ist.

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