Doping-Urteil
Pechstein verliert vor dem BGH

Das Urteil des Bundesgerichtshofs im Fall Claudia Pechstein hat keine Signalwirkung. Die Sportlerin verliert eine Chance auf Schadenersatz. Die Position anderer Sportler vor Sportgerichten verbessert sich nicht.

KarlsruheVor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe kam es nicht zu einer Entscheidung von weltweiter Trageweite. Im Revisions-Prozess der fünfmaligen Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein gegen den Eislauf-Weltverband ISU verkündete das höchste deutsche Zivilgericht in Karlsruhe ein Urteil zugunsten der Sportschiedsgerichte.

Der BGH erklärte die Schadenersatzklage der fünfmaligen Olympiasiegerin gegen die Internationale Eislauf-Union ISU am Dienstag für unzulässig und widersprach in seinem Urteil der Einschätzung des Oberlandesgerichts München. Das Urteil des OLG wird aufgehoben, der Fall wird nicht neu aufgerollt.

Pechstein hatte die ISU auf rund fünf Millionen Euro verklagt. Das Landgericht München hatte sich für den Fall zunächst nicht zuständig erklärt, daraufhin war die fünfmalige Olympiasiegerin erfolgreich vor das OLG gezogen. Die ISU war als unterlegene Partei anschließend beim BGH in Revision gegangen.

Die 44-jährige Berlinerin, die nach einigem Zögern persönlich in Karlsruhe der Verkündung des Urteils beiwohnte, klagt seit Jahren vor verschiedenen Instanzen gegen ihre zweijährige Doping-Sperre auf Schadenersatz. Seit Jahren fordern Sportrechtler im Namen ihrer Mandanten unter anderem, dass der Internationale Sportgerichtshof CAS die Unabhängigkeit seiner Richter gewährleistet, durch die sich Sportler nicht fair vertreten sehen.

Pechstein war 2009 von der ISU aufgrund auffälliger Blutwerte ohne positiven Befund zu einer zweijährigen Sperre verurteilt worden und hatte unter anderem die Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver verpasst. Da ihr dadurch nicht nur zahlreiche Sponsoren verloren gingen und sie mehrere Hunderttausende Euro in medizinische Gutachten und juristische Prozesse investieren musste, stellte sie die Schadenersatzklage vor zivilen Gerichten. Zuvor hatte sie auf Sportgerichtsebene alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Pechstein hatte Doping immer bestritten.

Agentur
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