Doping-Vorwürfe gegen IAAF

Leichtathletik-Chef wittert Verschwörung

Das IOC will erst aktiv werden, wenn Doping-Vorwürfe gegen Leichtathleten auch die Sommerspiele betreffen. IAAF-Präsident Lamine Diack spricht indes von einer gezielten Kampagne. Aus Deutschland kommt scharfe Kritik.
Kommentieren
„Wir werden uns mit dem Problem auseinandersetzen. Das sind zunächst aber nur Behauptungen.“ Quelle: dpa
IAAF-Chef Lamine Diack

„Wir werden uns mit dem Problem auseinandersetzen. Das sind zunächst aber nur Behauptungen.“

(Foto: dpa)

Kuala LumpurIAAF-Präsident Lamine Diack sieht den Leichtathletik-Weltverband wegen der jüngsten Doping-Vorwürfe als Zielscheibe einer gezielten Kampagne. „Ich glaube, es besteht die Absicht, Hunderte von Medaillen neu zu verteilen“, sagte der 82-jährige Senegalese auf der Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) am Montag in Kuala Lumpur zu den Anschuldigungen, angeblich eine große Zahl von Blutdoping-Fällen vertuscht zu haben.

Zugleich kündigte er eine eingehende Prüfung der Vorwürfe an. „Wir werden uns mit dem Problem auseinandersetzen. Das sind zunächst aber nur Behauptungen“, meinte Diack. Die ARD und die „Sunday Times“ hatten eine Liste mit 12.000 Bluttests von rund 5000 Läufern ausgewertet, die aus der Datenbank der IAAF stammt.

Darunter sollen 800 Sportler mit dopingverdächtigen Blutwerten sein, die von 2001 bis 2012 bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften gestartet sind. Unter ihnen sollen auch rund 150 Athleten sein, die Medaillen bei den Topereignissen gewonnen haben.

Kanadisches Cowgirl zischt durch den Eiskanal
Volunteers sit in the sun ahead of the women's parallel snowboard finals at the 2014 Sochi Winter Olympic Games in Rosa Khutor
1 von 13

Ein Sonnen-Schnee-Bad in der Pause: Diesen beiden Herren lassen es sich gut gehen. Und morgen haben sie Schnupfen.

A volunteer throws salt on the course ahead of the women's parallel snowboard finals at the 2014 Sochi Winter Olympic Games in Rosa Khutor
2 von 13

Salz, wir brauchen Salz! Die Pisten wurden ständig nachgebessert.

Poland's Krol and Kazakhstan's Tsoy compete during the women's parallel slalom snowboarding competition at the 2014 Sochi Winter Olympic Games in Rosa Khutor
3 von 13

Immer gerne eingesetzt: Der Zeitraffer – hier beim Parallel-Slalom im Snowboard.

461433799
4 von 13

Tauwetter? Nicht mit diesem Eismann.

huGO-BildID: 35517924 Li Jianrou of China cries after winning the women's 500m short track speedskating final at the Iceberg Skating Palace duri
5 von 13

Li Jianrou ist sichtlich gerührt und braucht erst einmal eine tröstende Hand.

461577825
6 von 13

Fanny Welle-Strand Horn will nicht immer im Rampenlicht stehen und flitzt auf ihren Skiern davon.

Canada's Mellisa Hollingsworth gestures after competing in the women's skeleton event at the 2014 Sochi Winter Olympics
7 von 13

Yihaaa: Nach dem Höllenritt im Eiskanal sucht die kanadische Skeleton-Pilotin Mellisa Hollingsworth ihren Cowboy-Hut – und wird zu ihrer Freude fündig.

Wie die „Sunday Times“ berichtete, sollen auf der IAAF-Liste auch zehn des Dopings verdächtigte Leichtathleten zu finden sein, die bei den London-Spielen 2012 Medaillen gewonnen haben. Das IOC hat in der Vergangenheit nach Doping-Nachtests Edelmetall immer wieder aberkannt. Doping-Proben von Olympia werden zehn Jahre gelagert.

„Wenn es Fälle im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen geben wird, werden wir sie mit unserer Null-Toleranz-Politik ahnden“, erklärte IOC-Präsident Thomas Bach. „Im Moment haben wir aber nur Vorwürfe, und es gilt das Prinzip der Unschuldsvermutung für die Athleten.“ Das IOC wolle nun abwarten, zu welchen Ergebnissen die Untersuchung der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) kommt.

Die IAAF war bereits im Dezember 2014 durch eine ARD-Dokumentation über angeblich flächendeckendes Doping und ein korruptes Sportsystem in Russland mit in die Kritik geraten. Im Zuge dieser Affäre hatte Verbandspräsident Walentin Balachnitschew nicht nur sein Amt aufgegeben, sondern war auch als IAAF-Schatzmeister zurückgetreten.

„Der Schutz der Athleten hat höchste Priorität“
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Doping-Vorwürfe gegen IAAF - Leichtathletik-Chef wittert Verschwörung

0 Kommentare zu "Doping-Vorwürfe gegen IAAF: Leichtathletik-Chef wittert Verschwörung"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%