Dopingaffäre im Lager der Österreicher
Österreich bangt um Olympia-Verweil

Österreich fürchtet nach dem Doping-Skandal harte Sanktionen bis hin zum Ausschluss von den Olympischen Winterspielen. Im Exekutivkomitee des IOC soll es bereits eine Abstimmung gegeben haben, ob die Österreicher von den Spielen ausgeschlossen werden sollen.

HB TURIN. Das Österreichische Olympische Komitee (ÖOC) gerät nach der Aufdeckung des Doping-Skandals bei den Winterspielen zunehmend unter Druck und fürchtet Sanktionen bis hin zu einem Ausschluss von den Spielen.

"Alles ist möglich, sogar der Olympia- Ausschluss. Es hat im Exekutivkomitee des IOC bereits eine Abstimmung gegeben, ob wir rausgeworfen werden sollen. Aber es gibt Gott sei Dank noch Leute, die nicht sofort Hurra schreien, wenn Österreich auf einmal fehlt", sagte ÖOC-Generalsekretär Heinz Jungwirth in einem Interview mit der Zeitung "Kurier".

Solchen Spekulationen trat Thomas Bach am Abend entschieden entgegen. "Über diese Frage hat es noch nicht einmal eine Diskussion gegeben", erklärte der deutsche Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) auf dpa-Anfrage. Das ÖOC sieht sich in der Pflicht, den Fall umfassend aufzuklären. "Wir werden keine Leute opfern, um vor dem IOC gut dazustehen. Aber wenn wir diese causa versauen, dann wird es für Österreich schlecht ausgehen", befürchtet Jungwirth. Österreichs Innenministerin Liese Prokop monierte derweil das Krisenmanagement der Sportfunktionäre ihres Landes in Turin: "Es sind sicher Dummheiten passiert." Kein Pardon will Bundeskanzler Wolfgang Schüssel den Sündern geben. "Wer dopt, fliegt raus", forderte er.

Unterdessen ging das Warten auf die Analyse-Resultate der Doping- Tests von zehn österreichischen Biathleten und Langläufern weiter. "Es hat nichts mit PR zu tun, wir haben die Ergebnisse einfach noch nicht", begründete IOC-Sprecherin Giselle Davies. Die Kontrollen waren am vergangenen Samstag parallel zu einer Doping-Razzia in Quartieren der Österreicher veranlasst worden. Die beiden Biathleten Wolfgang Perner und Wolfgang Rottmann sowie Trainer Emil Hoch waren daraufhin aus Italien geflüchtet und hatten den Verdacht genährt. Skiverbands-Präsident Peter Schröcksnadel stand in dem Fall am Nachmittag der Staatsanwaltschaft in Turin fünf Stunden als Zeuge Rede und Antwort.

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