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Dopingregelungen für Athleten werden verschärft

In Zukunft wird der Weltverband Iaaf von jedem Athleten eine Dopingprobe pro Jahr veröffentlichen. Dies entschied der Iaaf nach einem Antrag des Deutschen Leichtathletik-Verbandes auf seinem Kongress.

Eine wichtige Änderung im Dopingbereich hat der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) auf internationaler Ebene auf den Weg gebracht. Der Weltverband Iaaf folgte einem Antrag des DLV und wird künftig eine Dopingprobe pro Jahr und Athlet veröffentlichen. Auf dem Kongress vor der WM in Helsinki (6. bis 14. August) beschlossen die Delegierten diese Änderung mit 96:66 Stimmen.

Gleichzeitig verabschiedete der Kongress eine Resolution an die Anti-Doping-Weltagentur Wada, diese solle bei ihrem Kongress im Jahr 2007 die Dopingsperre für Erstvergehen für alle Fachverbände verbindlich auf vier Jahre erhöhen. Damit war der amerikanische Vorschlag vom Tisch, der sogar eine lebenslange Sperre forderte. Allerdings nur im Falle von Manipulation mit Steroiden.

"Hätte Leichtathletik zerstört"

Diesen hatte Iaaf-Vizepräsident Helmut Digel (Tübingen) zuvor schon als "populistisch" bezeichnet und erklärt: "Das hätte die Leichtathletik zerstört, wenn sich die Amerikaner hier durchgesetzt hätten. 20 Jahre haben sie nichts getan. Nun fordern sie lebenslang." Selbst im Falle von vierjährigen Sperren sieht Digel große Pobleme mit der juristischen Umsetzung: "Kein Rechtssystem der Welt hat eine über zwei Jahre hinaus gehende Strafe bestätigt. Wir Deutschen haben es im Fall Katrin Krabbe erlebt, dass dies für unrechtmäßig erklärt wurde. Der Prozess hat den Weltverband über eine Million Dollar gekostet."

Digel nannte die Akzeptanz des deutschen Vorschlags auf Offenlegung der Kontrollen "als wichtigen Schritt in die richtige Richtung." Der Vizepräsident der Iaaf, die jährlich rund 3,4 Mill. Dollar für den Anti-Doping-Kampf ausgibt und 3 000 Kontrollen vornimmt, macht deutlich: "Aber wer sich gegen diesen Vorschlag aussprach, der hat sich entlarvt. Künftig muss Schluss damit sein, dass jeder Athlet behaupten kann, er sei zehn Mal kontrolliert worden, und ihm kann das Gegenteil öffentlich nicht bewiesen werden."

Beschlüsse müssen auch umgesetzt werden

Digel fordert nun, dass dieser Beschluss auch national umgesetzt werden müsse. "Unsere Kontrollen müssen durch die Nationale Anti-Doping-Agentur Nada im Internet veröffentlicht werden", stimmte ihm Prokop zu. Er bezeichnete den DLV-Erfolg im Kongress als "einen der wichtigsten Schritte der letzten Jahre im Anti-Doping-Kampf."

Zuvor beschloss der Kongress, dass künftig Athleten erst dann für ein anderes Land starten dürfen, wenn sie drei Jahre lang dessen Staatsbürger sind. Damit wurde auf afrikanischen Antrag hin dem zunehmenden Nationalitätenwechsel von vorwiegend kenianischen und äthiopischen Athleten nach Bahrein, Katar und anderen kleinen Staaten ein Riegel vorgeschoben.

Zum Auftakt hatte der Kongress die dreimalige polnische Sprint-Olympiasiegerin Irena Szewinska nach dem Beschluss zur Erhöhung der Frauenquote von zwei auf drei als 28. Mitglied ins Iaaf-Council aufgenommen, dem Digel seit 1995 angehört.

© SID

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