Dopingskandal
Russland droht der Ausschluss von den Winterspielen 2018

Der Druck auf Moskau in der Dopingaffäre steigt: Kronzeuge Grigori Rodtschenkow, einst Chef des Moskauer Doping-Labors, hat neues kompromittierendes Material an die internationale Anti-Dopingbehörde WADA übergeben.
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MoskauRusslands Sportminister Witali Mutko war empört: Westliche Medien versuchten, Russland absichtlich in Misskredit zu bringen, echauffierte er sich. „Das ist ihr Stil – vor einer Sitzung der WADA solche Materialien herausbringen und nachher alles zu dementieren“, kommentierte er Berichte, wonach Russland ein Startverbot bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Südkorea droht. Besonders scharf kritisierte er dabei ARD-Reporter Hajo Seppelt, dem er Stimmungsmache vorwarf.

Seppelt hatte in der Sendung „Sport am Sonntag“ unter Berufung auf mehrere Quellen innerhalb der WADA erklärt, die Organisation werde auf ihrer Sitzung am 15./16. November die Arbeit der russischen Anti-Doping-Agentur Rusada weiterhin als „nicht regelkonform“ bewerten, was massive Konsequenzen für die Olympia-Teilnahme Russlands haben werde.

Moskau spricht von „Einzelfällen“

„Ich würde mich an Stelle der Mitglieder des WADA-Gründungsrats aufregen. Die gemeinsame Entscheidung eines – wie sie sagen, demokratischen – Organs vorauszusagen, ist lächerlich“, sagte Mutko daraufhin.

Doch die Wolken über Russland verdüstern sich tatsächlich. Hatte das IOC zuletzt Signale der Entspannung Richtung Moskau gesendet, stehen nun die Zeichen wieder auf Sturm. Moskaus Ermittlungskomitee hatte den Dopingbericht der McLaren-Kommission vor einigen Tagen als „widerlegt“ bezeichnet.

700 Sportler, Trainer und Funktionäre seien befragt worden. Nicht einer habe von einem umfassenden Missbrauchssystem gesprochen. Wenn es überhaupt Doping gab, dann nur in Einzelfällen, hieß es aus Moskau. Die WADA sei von der Richtigkeit des Berichts „weiterhin voll überzeugt“, hielt WADA-Präsident Craig Reedie dagegen.

Der neue Generaldirektor Olivier Niggli forderte von Russland praktisch das Eingeständnis des Staats-Dopings als Voraussetzung für eine Zulassung der Athleten bei Olympia 2018 in Pyeongchang. Seit etwa zweieinhalb Jahren steht das russische Nationale Olympische Komitee massiv unter Druck. Wegen der Dopingaffäre mussten die russischen Leichtathleten bereits auf den Start in Rio de Janeiro verzichten.

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  • Man sollte die Hersteller von den Pillen auf die Kleidung der Sportler drucken, so hätte der Verbraucher eine echte Information über den Stoff der gut ist. Das wäre Marktwirtschaft und nach dem Grundgesetz einwandfrei. Von mir aus, soll jeder
    mit der besten Pille gewinnen. Ehrlich währt am Längsten also, die Pillen-Firma aufs Trikot.

  • Es gibt verschiede Art von Arschlöcher! Dieser ist der Größte!
    Sein Geburtsland in die Kake zu hauen, ist unanständig!
    Viele Sportler in Rußland, die mit Doping nichts zu tun haben, leiden für nichts!
    Die WADA sollte die Amis unter die Lupe nehmen, Sie haben ein Medikament, die WADA nicht identifizieren kann. Wenn man in Sommerspielen die Turnerin ansieht, die dermaßen Hyperaktiv sind und unter Umständen 1 Woche ohne Schlaf aktiv turnen könnten!
    In Sog der Propaganda ist Russland leicht alles schlechteste der Welt unter zu schieben. Keine Sau schaut auf sich selbst!
    Beschämend!
    Nehmen wir Felix Sturm - gedoppt, wie lange er das schon gemacht hat, interessiert keinen!

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