sonstige Sportarten
Dopingverdacht überschattet US Trials

Der Dopingsverdacht gegenüber den Sprintstars Marion Jones und Tim Montgomery hat die US Trials der Leichathleten überschattet. Beide Superstars sagten ihren Auftritt bei der WM-Generalprobe ab.

Die sportlichen Leistungen sind in diesem Jahr bei den US Trials der Leichtathleten eher in den Hintergrund gerückt. Die unter Dopingverdacht stehenden Sprintstars Marion Jones und Tim Montgomery stehen vor dem Scherbenhaufen ihrer Karriere. Nach dem monatelangen Kampf in der Balco-Affäre und vielen sportlichen Nackenschlägen kapitulierte das einstmals schnellste Sprinterpaar der Welt im kalifornischen Carson schon vor dem Lauf. Damit müssen Jones und Montgomery einen Start bei den Weltmeisterschaften in Helsinki (6. bis 14. August) abschreiben.

Wechselbad der Gefühle für Gatlin

Zwischenzeitlich ausgeschieden war auch schon 100-m-Olympiasieger Justin Gatlin, der nach zwei Fehlstarts im Vorlauf disqualifiziert wurde. Doch die Jury hob die Entscheidung später wieder auf, und so war der Weg frei für den ersten nationalen 100-m-Titel des 23-Jährigen (10,08 Sekunden). Sydney-Champion Maurice Greene blieb dagegen im Finale verletzt auf der Strecke.

Die besten sportlichen Leistungen zeigten die 400-m-Läufer Jeremy Wariner (44,20 Sekunden) und Sanya Richards (49,28), Hammerwerferin Erin Gilreath (73,87 m) sowie der viermalige 110-m-Hürden-Weltmeister Allen Johnson (12,99), die allesamt Jahres-Weltbestleistungen markierten.

Montgomery konnte "sich nicht konzentrieren"

Ex-Weltrekordler Montgomery wurde ganz offensichtlich der Druck vor der im Juli erwarteten Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofes (CAS) über seine Verstrickung in die Affäre um das Balco-Labor zu groß. Er verzichtete gleich ganz auf einen Start über 100m. "Er konnte sich nicht richtig konzentrieren. Er hat so viele Probleme und war nicht 100 Prozent vorbereitet", erklärte Manager Charles Wells den Verzicht. Seinem Klienten droht im Verfahren vor dem CAS eine lebenslange Sperre.

Wenig später musste Wells dann auch den Rückzug von Montgomerys Lebensgefährtin Jones erklären. Die dreifache Sydney-Olympiasiegerin packte ihre Sachen wegen angeblicher Schmerzen in der Hüfte vorzeitig. Die 29-Jährige wird von Victor Conte, Chef des Balco-Labors, beschuldigt, von seiner Firma Dopingmittel erhalten zu haben, weist das aber entschieden zurück.

Barber sieg beim 100-m-Sprint

In Abwesenheit von Jones gewann Lisa Barber den 100-m-Sprint in 11,10 Sekunden. Im Halbfinale war sie bei einem zu starken Schub von drei Metern Rückenwind in 10,87 gestoppt worden.

Den Zehnkampf dominierte der Olympia-Zweite Bryan Clay. Er brachte es auf 8 506 Punkte und erzielte dabei mit 55,87 m einen Zehnkampf-Weltrekord im Diskuswerfen. Die alte Bestmarke (55,00) hatte vor 26 Jahren der Bulgare Raswigor Jankow aufgestellt.

Auf höchstem Niveau waren die beiden 400-m-Rennen. Bei den Frauen gab es gleich drei Zeiten unter 50 Sekunden. Neben der erst 20 Jahre alten Staffel-Olympiasiegerin Richards blieben auch ihre Athen-Teamkolleginnen Dee Dee Trotter (49,88) und Monique Henderson (49,96) darunter.

Wariner sichert sich 400-m-Titel

Trotz eines missglückten Starts holte sich Doppel-Olympiasieger Wariner den 400-m-Titel und setzte sich gegen Darrold Williamson (44,62), seinen Trainingskollegen und Teamgefährten aus der Athener 4x400-m-Staffel, durch. Dieser hatte Wariner in diesem Jahr zuvor schon mehrfach geschlagen.

Über 110m Hürden wurden für Atlanta-Olympiasieger Allen Johnson 12,99 Sekunden gestoppt. Im Sog des 34-Jährigen liefen Dominique Arnold und der zweimalige Olympia-Zweite Terrence Trammell in 13,01 sowie 13,02 ebenfalls zu Weltklassezeiten.

© Sport-Informations-Dienst, Neuss

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