"Dottore Epo" behandelt auch Patrik Sinkewitz
Wieder ein T-Mobile Fahrer in Verdacht

Wegen der Zusammenarbeit mit dem umstrittenen Arzt Michele Ferrari ist Patrik Sinkewitz vom T-Mobile Team jetzt in den Fokus der Doping-Affäre geraten. "Patrik arbeitet mit Ferrari wie andere auch", so Teamchef Ludwig.

Die Verantwortlichen des T-Mobile Teams kommen nicht zur Ruhe. Nach den Doping-Diskussionen um Radstar Jan Ullrich sind jetzt Verdächtigungen gegen weitere Fahrer des Rennstalls laut geworden. Zu den Klienten des umstrittenen italienischen Arztes Michele Ferrari gehört auch der Fuldaer Patrik Sinkewitz, der seine Verbindung zu dem Mediziner am Montag ebenso einräumte wie der dreimalige Zeitfahr-Weltmeister Michael Rogers (Australien) und der Italiener Eddy Mazzoleni.

"Ich arbeite seit Dezember mit ihm. Ich habe den Mann viermal bei Leistungstests gesehen, daraufhin hat er mir Trainingspläne geschrieben", bestätigte Sinkewitz. Der schlechte Ruf von "Dottore Epo", wie Ferrari wegen des Handels mit dem Blut-Dopingmittel Erythropoietin genannt wird, habe ihn nicht interessiert, sagte der 25-Jährige, sondern bekräftigte: "Für mich ist er ein sehr guter Trainer."

Ferrari, zu dessen Schützlingen lange Zeit auch der siebenmalige Toursieger Lance Armstrong (USA) gehörte, war im Oktober 2004 wegen Sportbetrugs zu einem Jahr Haft auf Bewährung und elf Monaten Berufsverbot verurteilt worden. Im Berufungsverfahren erfolgte dann vor wenigen Wochen ein Freispruch "zweiter Klasse" wegen Verjährung.

Teamchef Olaf Ludwig äußerte sich zurückhaltend: "Patrik arbeitet mit Ferrari wie andere auch. Ich habe keine rechtliche Handhabe, jemandem die Zusammenarbeit mit bestimmten Personen zu verbieten." Ferrari-Schüler Luigi Cecchini, der Ullrichs Trainingspläne schrieb, soll ebenfalls noch andere T-Mobile-Fahrer betreuen.

Auch Teamarzt Lothar Heinrich ist über die Zusammenarbeit der Fahrer mit Ferrari informiert. "Als Trainingsmethodiker halte ich viel von Ferrari, seine Medikamenten-Pläne habe ich nie gesehen", meinte der Mediziner von der Freiburger Uniklinik.

© SID

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