Drei Langläufer laut Pressebericht im Visier der Fahnder
Wieder Doping-Razzia bei Österreichern

Das österreichische Olympia-Team kommt nicht zur Ruhe: Erneut ist ein Quartier des Teams Ziel einer Doping-Razzia gewesen. Die österreichische Delegation zeigt sich empört. Zugleich wurde bekannt, dass zwei weitere Teammitglieder aus Italien geflüchtet sind.

HB TURIN. Diesmal wurde von den Carabinieri die Unterkunft der Skilanglauf-Betreuer in Pragelato durchsucht, in der Skandal-Trainer Walter Mayer während seines Olympia-Aufenthaltes gewohnt hatte. Dies bestätigte Otto Jung, der Heimtrainer von Langläufer Martin Stockinger, am Dienstagvormittag. "Ich war in einer Pizzeria essen. Als ich heim kam, sah es aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Kästen waren umgeworfen, Taschen geleert, Dinge zerstört", berichtete er. Die Aktion soll zwei bis drei Stunden gedauert haben. Ein Polizeisprecher erklärte anschließend, man habe in dem Haus nichts gefunden.

Die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete dagegen am Mittag, es sei sehr wohl etwas sichergestellt worden. Zu den Fundstücken habe auch eine Nadel gehört, die möglicherweise benutzt worden sei.

Wie aus Kreisen des Österreichischen Ski-Verbandes (ÖSV) bekannt wurde, sind mittlerweile auch Langlauf-Cheftrainer Emil Hoch und Skilangläufer Roland Diethart, der auch als Sprinttrainer tätig ist, wie zuvor am Sonntag bereits die beiden Biathleten Wolfgang Perner und Wolfgang Rottmann von den Winterspielen geflüchtet.

Allerdings erklärte Markus Gandler, Direktor Biathlon und Skilanglauf im österreichischen Skiverband, in einem ORF-Interview, dass die Abreise von Diethart angemeldet gewesen sei. "Die von Hoch hängt zusammen mit dem Fall Walter Mayer. Wir wissen, wo er ist und warum er dort ist", sagte Gandler. Angeblich bestehe kein Zusammenhang mit der erneuten Doping-Razzia.

Gandler kündigte außerdem an, dass ein Rechtsanwalt zu den neuerlichen Vorfällen noch am Dienstag Stellung nehmen werde: "Ich kann aber sagen: Es ist nix gefunden worden." Er unterstellte zugleich bei Olympia anwesenden Privattrainern, Gerüchte gezielt zu streuen: "Das sind Leute, die sich wichtig machen wollen. Ich bin enttäuscht von gewissen Personen."

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