Druck auf Deutschen Handball-Bund
Handball-WM bringt Sponsoren in Rage

Die Probleme des Deutschen Handball-Bundes bei der Vermarktung der XX. Weltmeisterschaft 2007 erzürnen mehr und mehr die Sponsoren. Sie drängen nach Informationen des Handelsblatts das WM-Organisationskomitee (OK) nun dazu, sich professionelle Hilfe zu holen. Bisher hatte das OK, das sich weitgehend aus Funktionären des Deutschen Handball-Bundes rekrutiert, Hilfe von außen als unnötig abgelehnt. So verweigerte sich das OK etwa dem Vorschlag eines Sponsors, einen hauptamtlichen Geschäftsführer einzustellen.

DÜSSELDORF. Die Geldgeber bemängeln, dass die Weltmeisterschaft in Deutschland, die bereits am 19. Januar 2007 in Berlin mit der Partie Deutschland gegen Brasilien angeworfen wird, bislang nur dürftig vermarktet sei. Nur wenige Menschen wüssten überhaupt, dass die WM in Deutschland gespielt werde. Und das, obwohl sie nach der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 und vor der Leichtathletik-WM 2009 das größte Sportereignis hierzulande sei. So machte das renommierte Marktforschungsinstitut „Sport und Markt“ bereits im Frühjahr darauf aufmerksam, dass bislang nur fünf Prozent der deutschen Bevölkerung von der WM im eigenen Land wüssten.

Vorläufiger negativer Höhepunkt aus Sicht der Sponsoren war die Auslosung zur Handball-WM am vergangenen Freitag in Berlin. Ein Computerprogramm, das eigentlich das Gruppentableau auf eine Leinwand werfen sollte, war ausgefallen; die Moderatorin, die ehemalige „Tagesthemen“-Sprecherin Gabi Bauer, war überfordert, weil schlecht vorbereitet und der russische Zeremonienmeister Alexander Koshukow stürzte die 200 Gäste mit seinem schlechten Englisch in tiefe Verwirrung. Ein PR-Desaster vor vielen potienzellen Geldgebern (Siemens, Vattenfall, Telekom).

Im Anschluss an die Auslosung platzte deshalb dem Marketingleiter eines der wichtigsten Sponsoren des DHB der Kragen: „Allen, die das zu verantworten haben, müssten gekündigt werden“, kanzelte er den Vizepräsidenten des Deutschen Handballbundes, Horst Bredemeier barsch ab, als der die Pannen erklären wollte. Und der Marketingleiter fügte hinzu: „Jetzt haben Sie hoffentlich begriffen, dass Sie professionelle Hilfe von außen benötigen.“

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