Druck vom US-Skiverband
Skistar Miller rudert nach Alkohol-Äußerungen zurück

Große Klappe, nichts dahinter? In der vergangenen Woche hat US-Skistar Bode Miller großmäulig erzählt, er sei mehrfach unter Alkoholeinfluss Rennen gefahren. Nun hat er sich entschuldigt und sprach von einem Missverständnis. Die Reue kam jedoch nicht ganz freiwillig.

HB WENGEN. Miller hat sich für seine umstrittenen Äußerungen über Alkoholkonsum vor alpinen Weltcup-Rennen entschuldigt und den dadurch entstandenen „Schmerz“ bedauert. „Was mir am wichtigsten ist, ich möchte mich sofort bei meiner Familie, meinen Freunden und all denen, die mich unterstützt haben, entschuldigen“, sagte der Doppel-Weltmeister aus den USA am Donnerstag im schweizerischen Wengen in einer zweieinhalbminütigen Erklärung, ohne weitere Fragen zuzulassen. Miller hatte sich mit seinen missverständlichen Aussagen in der CBS-Talkshow „60 Minutes“ den Unmut des US-Verbandes und dessen Sponsoren zugezogen.

Verbandschef Bill Marolt war zu einem Krisengespräch mit dem Gesamtweltcupsieger extra ins Berner Oberland gereist. Wohl unter dem massiven Druck des Verbandes, der sich auch wütenden Protesten von Eltern ausgesetzt sah, entschuldigte sich Miller auch bei den „Kindern, die mich als Vorbild sehen“. Zwar bat der 28-Jährige die zahlreich anwesenden Journalisten für seinen Presseboykott der vergangenen Woche um Verzeihung, betonte aber erneut, er sei falsch verstanden worden und die Zitate seien aus dem Zusammenhang gerissen. Er habe nie zugegeben, betrunken Skirennen absolviert zu haben, wie von einigen Medien berichtet.

Miller hatte in der Talkshow am vergangenen Sonntag erklärt, es sei nicht einfach, einen Slalom zu fahren, wenn man „fertig“ sei. Er spielte damit auf die nach dem erstmaligen Gewinn des Gesamtweltcups im März in Lenzerheide (Schweiz) durchfeierte Nacht an. Nach dem erstmaligen Triumph eines Amerikaners seit 1983 trat er im letzten Saisonrennen zum abschließenden, aber für ihn bedeutungslosen Slalom an und wurde dort Sechster. Gleichzeitig hatte Miller gesagt, er könne nicht versprechen, dass dies nicht noch mal passiere. Bereits in der Vergangenheit hatte Miller mit eigenwilligen Aussagen zum Thema Doping für Aufsehen gesorgt.

Neben der Verbandspitze hatte auch Cheftrainer Phil McNicol den derzeitigen Weltcupzweite kritisiert. „Es hat eine Grenze erreicht, wo es nicht mehr um bloße Meinungsäußerung geht“, sagte McNicol und hatte Millers Verbleib im US-Skiteam in Frage gestellt.

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