DSV kämpft mit allen Mitteln gegen Sachenbacher-Sperre: Tag der Hiobsbotschaften

DSV kämpft mit allen Mitteln gegen Sachenbacher-Sperre
Tag der Hiobsbotschaften

Kurz vor der Eröffnung der Olympischen Winterspiele werden die deutschen Langläufer zu unfreiwilligen Protagoniosten eines Dramas. Für zwei Schützlinge von Bundestrainer Jochen Behle hat sich der Start am Wochenende mit großer Wahrscheinlichkeit erledigt.

HB TURIN. Schutzsperre für Evi Sachenbacher-Stehle, Olympia- Aus für Axel Teichmann - einen Tag vor Beginn der Wettkämpfe bei den 20. Olympischen Winterspielen trübten zwei Hiobsbotschaften aus dem Langlauf-Lager die Vorfreude im deutschen Olympia-Team. Wegen eines zu hohen Hämoglobinwerts wurde Sachenbacher-Stehle mit einer Schutzsperre belegt und fällt für die Doppel-Verfolgung am Sonntag aus. Für Teichmann sind die Spiele nach einer Operation sogar beendet.

Mit allen Mitteln will der Deutsche Skiverband (DSV) gegen die fünftägige Sperre für Sachenbacher vorgehen, bei der nach einem Bluttest am Donnerstag ein überhöhter Hämoglobinwert von 16,3 festgestellt worden war. Deshalb sollte noch am Freitag ein Antrag auf Einstweilige Verfügung bei der Ad-hoc-Kammer des Internationalen Sportgerichtshofs (CAS) gestellt werden. "Wir wollen, dass sie läuft", sagte DSV-Vizepräsident Peter Schlickenrieder.

"Ich habe mir nie etwas zu Schulden kommen lassen", beteuerte die 25 Jahre alte Athletin aus Reit im Winkl immer wieder unter Tränen, nachdem sie am Freitagvormittag ein normales Training absolviert hatte. "Es ist zu blöd, dass ich ausgerechnet im wichtigsten Rennen nicht starten darf", meinte sie. Entgegen den FIS-Statuten war Sachenbacher-Stehle nach der Blutentnahme zur Bestimmung des Hämoglobinwerts nicht auch noch zum Doping-Test gebeten worden. Das wurde vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) am Freitagnachmittag nachgeholt.

Bundestrainer Jochen Behle hatte dies gefordert, um die Unschuld seiner Läuferin beweisen zu können. Gleichzeitig nahm er sie in Schutz: "Wir werden nicht akzeptieren, dass Sportler, die sich nichts vorzuwerfen haben, nicht starten dürfen", empörte er sich. "Ich kann Evi nicht erklären, warum andere mit höheren Werten und einer Ausnahmegenehmigung um Medaillen kämpfen können, während sie draußen steht." Er lege für seine Athleten "die Hand ins Feuer, dass alle Dopingproben negativ sein werden", sagte Behle. "Wenn Evi nicht starten darf, ist das eine Rufschädigung, die eine Klage zu Folge haben muss."

"Wir unterstützen das Vorgehen der FIS, weil wir glauben, dass die Gesundheit der Athleten geschützt werden muss", sagte IOC-Präsident Jacques Rogge und betonte: "Es handelt sich dabei nicht um positive Doping-Tests. Wir haben bislang keinen Doping-Fall bei den Spielen." Am Freitagnachmittag wurden vier weitere Skilangläufer von der FIS mit einer fünftägigen Schutzsperre belegt. Auch bei dem Kroaten Alen Abramovic, den Russen Pawel Korosteljew und Nikolai Pankratow sowie Robel Teklemariam aus Äthiopien waren zu hohe Hämoglobinwerte festgestellt worden.

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