DSV peilt 15 Medaillen an: Deutsche Wintersportler holen sich den Feinschliff

DSV peilt 15 Medaillen an
Deutsche Wintersportler holen sich den Feinschliff

Die Olympischen Spiele in Turin stehen kurz bevor. Die deutschen Medaillen-Hoffnungen lassen nichts unversucht, um bei den Wettkämpfen in Top-Form zu sein und legen Sonderschichten ein.

Die deutschen Medaillen-Hoffnungen für die Olympischen Spiele lassen nichts unversucht, um bei den Wettkämpfen in Turin in Top-Form zu sein. Seriensieger Tobias Angerer trainiert mit seinen Langlauf-Kollegen auf der Seiseralm, die überragenden Biathleten kommen am Donnerstag in Obertilliach (Frauen) und Ridnaun (Männer) zusammen, während Kombinierer Ronny Ackermann nach seinem geglückten Neuanfang auf der "Kinderschanze" die kommenden Tage in St. Moritz nach der Olympia-Form sucht.

DSV peilt 15 Medaillen an

"Realistisches Ziel für den Deutschen Skiverband sind 15 Olympiamedaillen. Wir wollen unseren Anteil daran leisten, dass Deutschland Platz eins in der Nationenwertung belegt", sagt DSV-Sportchef Thomas Pfüller, der für Gold eine Extraprämie von 25 000 Euro auslobt.

Die größte Erwartungslast ruht auf den Biathleten, die mit vier Siegen in sechs Rennen beim letzten vorolympischen Weltcup in Antholz selbst die Messlatte hoch legten. Fünf Olympiamedaillen sollen es bei den zehn Entscheidungen auf den Strecken von San Sicario mindestens werden, deshalb wurde dem zwölfköpfigen Team nur eine dreitägige Ruhepause gewährt.

Sven Fischer verzichtete wegen seiner Probleme bei der Höhenanpassung sogar auf den Heimaturlaub bei Tochter Emilia-Sophie (2) und reiste direkt im 1 350 Meter hoch gelegenen Ridnaun an. Dort geht es genau wie bei den Biathlon-Damen in den Tagen bis zu der am 6. Februar geplanten Fahrt nach Turin um eine knallharte Ausscheidung für die vier Startplätze in den ersten Rennen. Bei den Herren sind Fischer, Michael Greis und Alexander Wolf für die 20km gesetzt, bei den Frauen dürften nur die Gesamtweltcup-Beste Kati Wilhelm und Uschi Disl ihren Platz über 15km sicher haben.

"Die Mädels haben sich eine Vornote erkämpft, jetzt geht es um die Endzensur", sagt Uwe Müssiggang. Um Spannungen im Team zu vermeiden, will der Frauen-Bundestrainer nach den Eindrücken im 1 450 Meter hoch gelegenen Obertilliach eine Ersatzfrau benennen, die keinen Einsatz bei Olympia bekommt.

Langlauf-Bundestrainer Jochen Behle will seinem zwölfköpfigen Team auf der 1 500 Meter hoch gelegenen Seiseralm den letzten Feinschliff für die Winterspiele verpassen. "Tobias Angerer ist als fünffacher Saisonsieger derzeit kaum zu schlagen und der Rest des Teams ist auch für eine Medaille gut", sagt Chefcoach Behle. In den zwölf Entscheidungen sollten mindestens vier Olympiamedaillen heraussspringen, "aber ich würde auch mehr nehmen". Von der Seiseralm geht es zum letzten Weltcup nach Davos (4./5. Februar) und dann direkt auf die Olympiastrecken von Pragelato.

Dort wollen auch die deutschen Kombinierer drei Medaillen gewinnen, sie springen diese Woche noch einmal im 1 800 Meter hoch gelegenen St. Moritz. "Das dient wie bei allen anderen nordischen Disziplinen auch der Höhenanpassung, weil wir es bei Olympia ja mit Höhen um die 1 500 Meter zu tun haben", sagt Bundestrainer Hermann Weinbuch. Vor allem soll der von Pfüller zum "deutschen Hoffnungsträger Nummer 1 bei Olympia" erklärte Ackermann seine Fortschritte im Springen zementieren.

Weinbuch lobt Ackermann

Beim Sondertraining in den vergangenen Tagen auf selbst gebauten Schneehügeln bis zur 60-Meter-Schanze in Berchtesgaden war "Ronny wieder richtig gut" (Weinbuch). Trotzdem will Ackermann den letzten vorolympischen Weltcup am kommenden Wochenende in Seefeld auslassen.

Sein Skisprung-Kollege Martin Schmitt feiert dagegen am Samstag in Zakopane sein Comeback im Weltcup. Er hat das am Sonntag beendete Trainingslager in Ruhpolding schon hinter sich, ist aber "noch nicht in Olympiaform" (Bundestrainer Peter Rohwein). Trotzdem sollen die Skispringer zweimal Edelmetall zum deutschen Medaillenregen in Turin beitragen.

© SID

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