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DSV-Tross startet bei WM mit gedämpften Hoffnungen

Heute fällt der Startschuss für die Schwimm-WM in Montreal. Die Mannschaft des DSV reist mit gedämpften Medaillen-Hoffnungen nach Kanada, nicht zuletzt aufgrund des schwachen Abschneidens bei Olympia in Athen.

Während Franziska van Almsick nach ihrem Rücktritt nur als TV-Expertin am Beckenrand eine Rolle spielt, Dreifach-Weltmeisterin Hannah Stockbauer sich weiter eine schöpferische Pause gönnt, und Nachwuchshoffnung Teresa Rohmann verletzt fehlt, reist der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) ein Jahr nach dem enttäuschenden Abschneiden bei Olympia in Athen vor allem in den Königswettbewerben im Becken mit gedämpften Erwartungen zu den heute beginnenden Weltmeisterschaften (17. bis 31. Juli) nach Montreal.

Platz unter den besten fünf ist Ziel

"Ziel ist ein Platz unter den besten fünf Nationen der Welt", erklärt DSV-Sportdirektor Ralf Beckmann: "Wir wollen natürlich nicht nur mit Holz aus Kanada zurückkommen. Es darf auch schon etwas Edelmetall sein." Die Goldspur soll gleich zum Auftakt Langstrecken-Schwimmerin Britta Kamrau aus Rostock legen. Die Titelverteidigerin und Favoritin über zehn und 25km gilt auch über die 5-km-Distanz zum Auftakt am heutigen Sonntag auf der olympischen Ruderregatta-Strecke von 1976 als Medaillenanwärterin.

Im 50-m-Becken im Parc Jean Drapeau werden ab der zweiten WM-Woche indes wohl höchstens die Sprinter des DSV das Wasser zum Kochen bringen. Vor allem auf der neuen Weltrekordlerin Janine Pietsch (Ingolstadt/Rücken), Titelverteidiger Thomas Rupprath (Hannover/Rücken und Schmetterling) und Oldie Mark Warnecke (Essen/Brust) ruhen die Gold-Hoffnungen.

Keine Medaillen-Garantie

"Aber auf den kurzen nicht-olympischen Distanzen ist selbst ein Weltrekord im Vorfeld keine Garantie für eine Medaille. Da muss alles stimmen", meint Beckmann, der "persönliche Bestzeit im Finale" als ultimative Forderung ausgegeben hat. Das Traumergebnis bei Beckmanns Amtsantritt 2001 in Fukuoka mit 15 WM-Medaillen (3-6-6) gilt ebenso wie die acht Podiumsplätze (5-1-2) vor zwei Jahren in Barcelona als Utopie, doch nach dem Einbruch von Athen mit nur einmal Silber und vier Bronzemedaillen soll es beim größten Sport-Ereignis in Montreal seit den Sommerspielen vor 29 Jahren wieder Gold-Glanz geben.

Beckmann hofft auf Youngster

Allerdings haben die Etablierten wie die Olympia-Dritte Antje Buschschulte (Magdeburg/Rücken) oder die Athen-Fünfte Sarah Poewe (Wuppertal/Brust) ihre Konzentration im nacholympischen Jahr mehr auf ihr Studium verlagert. Positive Überraschungen erhofft sich Beckmann, der sich noch mit 29 Athleten in der kanadischen Hauptstadt Ottawa vorbereitet, von den Youngstern Marco di Carli (Sögel), Helge Meeuw (Wiesbaden) und Dreifach-Junioren-Europameister Paul Biedermann (Halle).

Zum Superstar könnte einmal mehr Michael Phelps (USA) werden. Der sechsfache Olympiasieger startet auf fünf Einzelstrecken und in drei Staffeln - jeweils mit Gold-Ambitionen. Dagegen fehlen in den Niederländern Inge de Bruijn, Pieter van den Hoogenband, dem Russen Alexander Popow und dem Australier Ian Thorpe aus verschiedensten Gründen vier der größten Schwimmer des vergangenen Jahrzehnts.

© SID

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