Duell Liverpool-Turin
Lyon plant neuen Coup

Der kontinentale Fußball wird an den schwärzesten Tag seiner Geschichte erinnert. 20 Jahre nach der Tragödie im Heysel-Stadion treffen der FC Liverpool und Juventus Turin im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League in einem Uefa-Wettbewerb erstmals wieder aufeinander.

dpa HAMBURG. Der kontinentale Fußball wird an den schwärzesten Tag seiner Geschichte erinnert. 20 Jahre nach der Tragödie im Heysel-Stadion treffen der FC Liverpool und Juventus Turin im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League in einem Uefa-Wettbewerb erstmals wieder aufeinander.

Am 29. Mai 1985 wurden vor dem damaligen Finale im Landesmeister-Cup 39 Fans (38 Italiener und 1 Belgier) getötet, als nach einer von englischen Fans ausgelösten Schlägerei auf den Rängen der Brüsseler Arena eine Mauer einstürzte. Als Konsequenz der Ausschreitungen wurden englische Vereine fünf, Liverpool sogar sechs Jahre von internationalen Wettbewerben ausgeschlossen. "Juve" gewann den Europapokal damals dank Michel Platinis Elfmeter-Tor 1:0.

Die sportliche Revanche für die damalige Niederlage müssen die "Reds" mit einer Not-Elf versuchen. "Wir haben wirklich sehr viel Pech mit Verletzungen. Aber meine Spieler haben gerade die Champions League immer als Herausforderung angenommen", lobte Trainer Rafael Benitez seine Mannen, die zuletzt Bayer Leverkusen (3:1/3:1) souverän ausgeschaltet haben. Ausgerechnet vor dem Heimspiel an der Anfield Road, in dem die Basis für den angestrebten Halbfinal-Einzug gelegt werden soll, gehen dem spanischen Coach die Akteure in Mittelfeld und Angriff aus. Neben dem deutschen Nationalspieler Dietmar Hamann, dem Spanier Xabi Alonso, dem Australier Harry Kewell und dem Tschechen Milan Baros (alle verletzt) fehlt auch der nicht spielberechtigte spanische Winter-Einkauf Fernando Morientes. Dessen Landsmann Luis Garcia und Neil Mellor sollen nun für die nötigen Tore sorgen.

Dies dürfte gegen die "Festung Europas" (La Gazzetta dello Sport) aus Turin, die im laufenden Wettbewerb bisher nur zwei Gegentreffer zuließ, allerdings alles andere als leicht werden. Juve-Coach Fabio Capello baut auf seine Abwehr, zumal auch ihn Stürmersorgen plagen: Der Franzose David Trezeguet (Knöchelblessur) und Uruguay-Ass Marcelo Zalayeta (Rückenprobleme) können allenfalls auf der Reservebank Platz nehmen. Dafür kehrt nach 43-tägiger Zwangspause nach seiner gegen Real Madrid erlittenen Gehirnerschütterung der tschechische Regisseur Pavel Nedved zurück. Der "Kopf" der Turiner Mannschaft soll den mit Alessandro del Piero und Zlatan Ibrahimovic noch immer hochkarätig besetzten Turiner Angriff mit Vorlagen füttern. "Mit Nedved sind wir eine Klasse stärker", sagte Capello über seinen Hoffnungsträger.

Einen neuerlichen Coup plant Olympique Lyon. Der Achtelfinal-Bezwinger des SV Werder Bremen, der dem deutschen Meister gleich zwei Schlappen (7:2/3:0) beibrachte, kann gegen den PSV Eindhoven aus dem Vollen schöpfen und will das Ausscheiden des AS Monaco gegen den PSV rächen. Die Niederländer können ebenfalls ihre Top-Elf aufbieten und streben laut Guus Hiddink "mindestens ein Unentschieden" an. "Dann können wir im Rückspiel alles klar machen", hofft der PSV-Coach.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%