Duell um den America's Cup
Am Ende entscheidet der Wind

Von Samstag an segeln das Team New Zealand und der Schweizer Titelverteidiger Alinghi um den 32. America?s Cup. Auch wenn die Sieger von 2003 selbstbewusst verkünden, man sei "noch stärker" als beim damaligen Duell um den "Pott", so sind die Neuseeländer alles andere als ein chancenloser Knabenchor.

VALENCIA. Ein paar Tage, nachdem Luna Rossa das America´s Cup-Finale 2000 gegen Neuseeland mit 0:5 verloren hatte, schrieb der legendäre Teamchef der Neuseeländer, Sir Peter Blake, den Italienern einen Brief. "Der America´s Cup ist, was er ist", schreibt er, "weil es so schwierig ist, ihn zu gewinnen". Die Veranstaltung sei kein Spiel für Sessel-Kapitäne. Sie sei kein Spiel für jemanden, der nicht darauf vorbereitet sei, nach einer Niederlage zurückzukehren. Sie sei auch kein Spiel für Zaghafte, schreibt Blake. Der America?s Cup "ist ein Spiel für diejenigen, die keine Angst haben, sich mit den Besten zu messen. Ein Spiel, in dem der Sieg fast unmöglich ist, fast, aber nicht unmöglich."

Vielleicht werden die Neuseeländer in diesen Tagen an Blakes Formulierung denken, denn als Favorit gilt der Cup-Sieger von 1995 und 2000 nicht beim Versuch, im 32. Finale seit 1851 die Silberkanne in den Südpazifik zurückzuholen. Allerdings sind auch diejenigen, die den Schweizer Titelverteidigern von Alinghi nach ihrem souveränen Auftreten in Act 13 schon zum sicheren Sieger erklärt hatten, vorsichtiger geworden.

Schließlich habe sich Neuseeland im Louis Vuitton Cup als "sehr solide und starke Mannschaft" gezeigt, sagt Alinghis deutscher Sportdirektor Jochen Schümann, der im Finale allerdings nicht an Bord sein wird. Seinen Platz besetzt der Alinghi-Eigner Ernesto Bertarelli. Niemand weiß, wie schnell der Titelverteidiger segeln wird. Allerdings ist man von den Schweizern Perfektion und Professionalisierung beim Cup gewohnt, beides haben sie bei ihrem Sieg vor vier Jahren in Auckland bewiesen. "Wir sind noch stärker als vor vier Jahren", sagt Schümann. "70 Prozent der Truppe sind zusammen geblieben. Auf anderen Positionen haben wir uns verbessert."

Allerdings ist der neuseeländische Wundersteuermann Russell Coutts nicht mehr dabei. Dafür haben bei Alinghi die beiden Top-Match-Racer Ed Baird (USA) und Peter Holmberg (Jungfaueninseln) angeheuert. Erst am Freitagmorgen soll bekannt gegeben werden, welcher der beiden das Finale bestreiten wird. Vieles deutet auf den 49-jährigen Baird hin, der seit langem mit Taktiker und Skipper Brad Butterworth trainiert. Baird gilt auf Grund seiner ruhigen Art als Favorit. "Er kann das Boot konstant mit guter Geschwindigkeit segeln", sagt Luna Rossa B-Steuermann Philippe Presti. "Es ist schwierig, ihn zu attackieren, weil er sich die ganze Zeit bewegt. Er ist sehr gut darin, mit voller Power von der Startlinie wegzukommen."

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