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DVV-Damen haben ihr WM-Ticket gebucht

Durch einen 3:1-Erfolg über Europameister Polen haben die deutschen Volleyballerinnen das Ticket für die WM 2006 in Japan gelöst. Nach zwei Siegen und einer Niederlage holten die DVV-Damen den Gruppensieg.

Mit einer überzeugenden Leistung gegen Polen haben sich die deutschen Volleyballerinnen für die Weltmeisterschaft 2006 in Japan qualifiziert. Im entscheidenden Spiel des Ausscheidungsturniers in Dresden triumphierten die Gastgeberinnen mit 3:1 (25:22, 20:25, 25:19, 25:22) gegen den Europameister. Nach dem 2:3 gegen Serbien-Montenegro und dem 3:0 gegen Griechenland reichte das zum Gruppensieg. Der Triumph war der perfekte Kickstart für die am Dienstag beginnende Beachvolleyball-WM in Berlin.

"Ich habe fast einen Herzinfarkt bekommen und hätte nicht mehr geglaubt, dass die Mädels das schaffen", meinte Verbandschef Werner von Moltke mit völlig durchgeschwitztem Hemd und herzte jede Spielerin aus der im Durchschnitt nur 21 Jahre alten Mannschaft: "Das war der perfekte Auftakt für die größte Volleyball-Party der Geschichte. Jetzt holen wir bei der Beach-WM zwei Medaillen."

Schampus floss in Strömen

In Dresden floss der Schampus in Strömen, nachdem nach der überraschenden 2:3-Auftaktpleite gegen Serbien-Montenegro mit einem 3:0 gegen Griechenland und dem Triumph im Nervenspiel gegen Polen die Qualifikation perfekt war.

Bei drei Teams mit 4:2 Punkten gab das bessere Satzverhältnis (8:4) vor den ebenfalls qualifizierten Serbinnen (8:5) und den gescheiterten Polinnen (7:5) den Ausschlag für die deutschen "Schmetterlinge". "Das ist der absolute Hammer, ich fahre nach Japan. Ich habe nicht nachgedacht, einfach nur draufgehauen", meinte die 19-jährige Margareta Kozuch. Ausgerechnet gegen das Heimatland ihrer polnischen Eltern war Kozuch neben Kapitän Angelina Grün in ihrem 200. Länderspiel die überragende Spielerin.

Das Risiko von Bundestrainer Hee Wan Lee, nach der peinlichen Auftaktpleite auf junge Spielerinnen zu setzen, zahlte sich gegen den Turnierfavoriten Polen aus. Die erst 19 Jahre alte Zuspielerin Nadja Jenzewski verwandelte im dritten Durchgang einen 14:17-Rückstand als Aufschlägerin in eine 23:17-Führung. Das war der Knackpunkt in einer Partie, in der die spielerisch limitierte deutsche Mannschaft durch unbändigen Kampfgeist die Reise nach Japan erzwang.

Jetzt wird gesungen und gefeiert

"Jetzt wird gesungen und gefeiert. Alle haben an einem Strang gezogen, das war der Schlüssel zum Erfolg. Ich bin heilfroh, dass wir die WM geschafft haben, denn es hängt so unglaublich viel dran", meinte Grün. Der Deutsche Volleyball-Verband bei der WM vom 31. Oktober bis 16. November 2006 auf den Aufstieg in die Förderklasse 1 hoffen, der Mehreinnahmen von jährlich bis zu 100 000 Euro bedeutet.

Deshalb strahlte von Moltke und stellte Chefcoach Lee noch auf dem Feld eine Jobgarantie bis Olympia 2008 aus. Der Südkoreaner konnte sich jedoch nur still freuen: "Mein Leben wird immer kürzer bei so einem Stress. Bei dem schlechten Zustand, in dem die Mädels vor vier Wochen waren, ist es unglaublich, dass wir die WM geschafft haben." Nach dem Triumph wurde es zur Nebensache, dass bei den drei deutschen Auftritten die Halle nur jeweils halbvoll war und die Stadt Dresden auf einem Verlust von etwa 25 000 Euro sitzen bleibt.

© Sport-Informations-Dienst, Neuss

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