Ebner soll die deutsche Ehre retten
Snowboard-Pionier träumt zum Abschied von Bronze

Platz 12 als bestes Ergebnis - das hatten sich die deutschen Snowboarder etwas anders vorgestellt. Markus Ebner, der deutsche Pionier in dieser Sportart, tritt im Parallel-Riesenslalom nun an, um die Ehre der Mannschaft zu retten. Seine Mission: Edelmetall.

HB TURIN. Mit seiner ersten olympischen Medaille will Markus Ebner seine Karriere zum Abschluss krönen und die schwache Olympia-Bilanz der deutschen Snowboarder aufpolieren. In das Schweizer-Bruderduell um Gold im Parallel-Riesenslalom zwischen Philipp und Simon Schoch wird der 35-jährige Ingolstädter in seinem letzten Rennen am Mittwoch, 10.00 Uhr, wohl nicht eingreifen können. "Die Bronze-Medaille aber wäre schon ein Traum", sagte der Riesenslalom- Weltmeister von 1999.

Als er vor drei Jahren die Handelsvertretung seines Vater übernahm, wollte der Bayer eigentlich schon aufhören, tingelte dann aber mit Mini-Trainingsaufwand als "Hobby-Fahrer" doch weiter mit dem Weltcupzirkus. "Ich wollte mich in Turin verabschieden", sagte der deutsche Snowboard-Pionier. "Wir dachten vor 20 Jahren nur an unseren Spaß. Jetzt ist alles professioneller, es geht um Medaillen, Geld und Popularität", meinte Ebner. Der Kommerz frisst die Freigeister der Berge auf.

Aber die Stimmung ist immer noch super. Volle Ränge und begeisterte Zuschauer, die Snowboard-Arena von Bardonecchia ist das "Freudenhaus" der Winterspiele rund um Sestriere. Sich hier nach 10 Jahren im Weltcup mit einer Medaille zu verabschieden, wäre der Traum des Snowboardcross-Vizeweltmeisters von 2001 und für den deutschen Snowboardsport ein Glücksfall: Mit Katharina Himmlers 12. Platz im Snowboardcross als bislang bestem Ergebnis konnten die Deutschen die einmalige Bühne Olympia noch nicht als Werbung für ihren Sport nutzen.

Cheftrainer Uwe Beier traut seinem Routinier den Coup zu: "Wir erwarten einen Top Ten-Platz, aber wenn alles passt, kann er auch auf das Podest fahren". Neben dem Weltmeister und Gold-Medaillengewinner von Salt Lake City, Philipp Schoch, seinem kaum schwächeren Bruder Simon und Ebner kämpfen noch fünf weitere Alpinboarder um einen Platz auf dem Treppchen: die Schweizer Heinz Inniger und Gilles Jaquet, der dreimalige Weltmeister Mathieu Bozzetto und sein französischer Teamkollege Nicolas Huet sowie der viermalige Weltcupsieger Siegfried Grabner aus Österreich.

Olympia-Debütant Patrick Bussler will als zweiter deutsche Starter in Turin dagegen "nur erste Olympia-Luft schnuppern". "Vancouver 2010 werden dann meine Spiele", sagte der 21-Jährige. Die Zukunft von Ebner sieht anders aus: "Ich bin überhaupt nicht traurig. Im Gegenteil: Ich habe einen Sohn, bin gerade in mein neues Haus eingezogen und habe mit meinem Job sehr viel zu tun." Jetzt fehlt ihm nur noch eins zum Glück: eine Medaille in Turin.

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