sonstige Sportarten
Edwin Moses feiert 50. Geburtstag

Mit Edwin Moses feiert heute eine lebende Leichtathletik-Legende seinen 50. Geburtstag. Der US-Amerikaner konnte in seiner aktiven Karriere zwei Weltmeister-Titel über 400m Hürden sowie eine Serie von 122 Siegen feiern.

Bereits drei Wochen vor seinem heutigen 50. Geburtstag holte Edwin Moses die erfolgreiche Vergangenheit ein. In Helsinki, wo Moses 1983 den ersten seiner beiden Weltmeister-Titel über 400m Hürden gewann, erklang erneut die amerikanische Nationalhymne und wie vor 22 Jahren hielt er die Goldmedaille in der Hand. Mit dem Unterschied, dass diese wenig später Landsmann Bershawn Jackson am Hals baumelte, der in der Stunde des Sieges ein wenig ergriffen meinte: "Ich möchte in seine Fußstapfen treten, so sein wie er."

Keine Frage: Edwin Moses war und ist Vorbild von Generationen. Auch wenn das einst kraftstrotzende Idol in die Jahre gekommen ist, mit seinem fast kahlen Schädel ausschaut wie der "alte Moses" - man kennt den Mann noch, der aufgrund seiner beispiellosen Serie von 122 Siegen in fast zehn Jahren (August 1977 und Mai 1987) schon während seiner aktiven Karriere eine Legende war.

Moses gewann Gold in Rekordzeit

Der Dauer-Rivale von Europarekordler Harald Schmid, der den zu überlegenen Amerikaner 1977 nach dessen Patzer beim Berliner Istaf ein einziges Mal schlagen konnte, war 1976 wie ein Komet am Leichtathletik-Himmel aufgetaucht. In Montreal gewann er in Weltrekordzeit von 47,63 Sekunden Gold über 400m Hürden und fortan war er der Held auf dieser Strecke.

Nach dem Moskau-Boykott der Amerikaner war Moses 1984 bei den Heimspielen in Los Angeles einer der Stars im US-Team. Geblieben ist von damals auch die Erinnerung, dass der so eloquente Moses einen außergewöhnlichen Aussetzer hatte: Als er den olympischen Eid sprach, stockte er sekundenlang, erst dann fiel ihm der Rest des Textes wieder ein. Mit Bronze 1988 in Seoul und einer Knieverletzung ging die Karriere des Ausnahmeathleten zu Ende.

Moses-Rekord hielt neun Jahre lang

Edwin Moses, der 1977 bei der Premiere in Düsseldorf und dann auch 1979 in Montreal und 1981 in Rom beim Weltup gewann, stellte in seiner Karriere vier Weltrekorde auf. Dem ersten beim Olympiasieg in Montreal folgten im Jahr darauf erst 47,45 und dann 47,13 Sekunden sowie drei Jahre später am 28. Geburtstag in Koblenz die Steigerung auf 47,02. Dieser Rekord stand neun Jahre, wurde erst bei Olympia 1992 in Barcelona verbessert durch Landsmann Kevin Young, der in 46,78 in eine neue Dimension vorstieß.

Der 1955 in Dayton/Ohio als zweiter von drei Söhnen einer nicht gerade wohlhabenden Familie geborene Edwin Moses hatte aufgrund seiner schnell deutlich gewordenen Intelligenz ein Stipendium beim bekannten Moorehouse College in Atlanta/Georgia erhalten. Dort studierte er Physik, machte später auch sein Masters in Business Administration und Business Management an der Pepperdine Universität in Malibu bei Los Angeles. Heute arbeitet Moses, der eine Pilotenlizenz für einmotorige Maschinen hat, als Finanzberater bei einer großen Investment-Gesellschaft.

Doch Edwin Moses verabschiedete sich nie vom Sport. Schon während seiner Karriere hatte er im US-Leichtathletik-Verband am Anti-Doping-Programm mitgearbeitet, das - wie man später wusste - so erfolgreich nicht gewesen sein kann. Nach Ende der Laufbahn zog er als Athletenvertreter ins Internationale Olympische Komitee (IOC) ein, wo er im Bereich Fairplay und Anti-Doping tätig war. Er arbeitete in etlichen Stiftungen, engagierte sich für den Kampf gegen den Hunger, vor allem in Afrika, das er auf der Suche nach seinen Wurzeln mehrfach bereiste.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%