Ein aufwändiges Kulturprogramm rundet die World Games ab
Kultur, die überraschen soll

Mehr als die übliche Mischung aus Popmusik und Kunsthandwerk will das Festivalbüro Duisburg mit dem Kulturprogramm der World Games bieten. Mit den Auftritten vorwiegend junger Künstler abseits des Mainstreams bieten die Organisatoren den Besuchern aus aller Welt ein ungewöhnlich kreatives Bild und präsentieren damit auch Deutschland als Gastgeber von seiner modernen Seite.

HB DUISBURG. Modern, originell und nicht zuletzt mit einer Portion Selbstironie: Das Kulturprogramm der World Games verspricht mehr als die bei Großveranstaltungen häufig dargebotene Mischung aus hausbackener Popmusik und Kunsthandwerk. „Wir wollen die Leute ein bisschen überraschen“, sagt Frank Jebavy, der das Festivalbüro Duisburg leitet und für das Kulturprogramm verantwortlich ist. Bei der Zusammenstellung habe im Vordergrund gestanden, dass „die World Games ein junges Sportereignis sind und mit den vielen Trendsportarten ein junges Publikum ansprechen“. Das Resultat kann sich sehen lassen: Mit Max Herre, Mia, Annett Louisan und „2raumwohnung“ zeigen sich einige der gefragtesten deutschen Musiker aus verschiedenen Stilrichtungen auf der Open-Air- Bühne der „World Games Plaza“. Auch die Duisburger Philharmoniker treten dort auf.

Die Plaza, ein Zeltdorf mit zahlreichen Bühnen zwischen MSV-Arena und Regattastrecke, werde das „Herz der World Games“ sein, sagt Jebavy. Dort sollen sich Besucher, Sportler, VIPs und Journalisten begegnen und während der zehn Tage - und vor allem Abende - gemeinsam feiern. Anders als bei der vorigen Auflage der World Games vor vier Jahren in Akita (Japan) bleibt die Plaza in Duisburg bis weit nach Mitternacht geöffnet. Bei den meisten Veranstaltungen ist der Eintritt frei, nur bei den größeren Konzerten und Performances müssen die Besucher moderate Preise zwischen 7 und 12 Euro zahlen.

In zwei ungewöhnlichen Performances setzen sich Künstler kritisch und ironisch mit dem Bild von Deutschland auseinander. Für irritierte Reaktionen dürfte das Puppentheater „Schicklgruber, alias Adolf Hitler“ des Australiers Neville Tranter sorgen. „Das Stück hat etwas Komödiantisches, ist bitterböse, bietet dabei aber auch ernsthafte Auseinandersetzung“, sagt Jebavy. „Da gefriert einem das Lachen im Gesicht.“ Eher rustikal geht es in der Percussion-Show „Auto Auto“ zu, in der ein Opel Kadett als Schlaginstrument dient - der viel zitierte deutsche Autowahn ist hier nur unschwer zu erkennen.

Jebavy ist sicher, dass sich die Besucher in Duisburg wohlfühlen werden. Selbst an die verschiedenen Konfessionen der Besucher ist gedacht, für die im „Zelt der Religionen“ Gottesdienste veranstaltet werden. Natürlich stehe bei den World Games der Sport im Mittelpunkt. Doch auch das Kulturprogramm soll bei den Besuchern seine Spuren hinterlassen. „Ich würde mich freuen, wenn am Ende der eine oder andere für sich eine Entdeckung gemacht hat“, sagt Jebavy.

Internet: www.worldgames2005.de

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