Ein Jahr nach Wengen-Triumph
Alois Vogl endlich verletzungsfrei

Nach langer Verletzungspause ist Alois Vogl froh, am Sonntag beim Weltcup-Rennen in Wengen dabei zu sein. An einen Triumph wie im Vorjahr glaubt der Slalomläufer noch nicht, aber eine gute Platzierung wäre ein Schritt vorwärts auf dem Weg zu Olympia.

HB WENGEN/STUTTGART. Vor einem Jahr war er ganz oben und selbst die Konkurrenz trug ihn auf Schultern, am Sonntag wäre sein Trainer mit einer Top-Ten-Platzierung zufrieden.

Wenn Slalomläufer Alois Vogl im schweizerischen Wengen an den Ort seines größten Triumphes zurückkehrt, denkt er weniger an den Überraschungssieg oder die noch ausstehende Olympia-Qualifikation. Vielmehr ist er froh, sich endlich wieder auf das Skifahren konzentrieren zu können. „Ich will nicht jammern und nach Entschuldigungen suchen, aber die vergangenen Wochen waren nicht leicht für mich“, sagt der 33-Jährige vom SC Zwiesel.

Der während seiner gesamten Karriere von Verletzungen gebeutelte Vogl schien am 16. Januar 2005 endlich am Gipfel angekommen zu sein. Auf den Schultern von Weltmeister Ivica Kostelic (Kroatien) hatte der Polizeiobermeister im Berner Oberland den ersten deutschen Slalomsieg seit 15 Jahren gefeiert, doch bei der WM in Bormio verhinderte eine Augenentzündung den möglichen Medaillen-Coup.

Zu Beginn der Olympia- Saison warf ihn bei den Übersee-Rennen eine hartnäckige Virusinfektion aus der Spur, im Dezember zog er sich einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zu. Ein neunter Platz am Sonntag in Adelboden bedeutete immerhin die halbe Olympia-Qualifikation.

„Das waren zwei Sicherheitsläufe“, sagte Cheftrainer Werner Margreiter. „Er ist noch nicht so weit, um wieder zu gewinnen, aber ein Platz unter den ersten zehn in Wengen wird ihm Sicherheit geben, um in den nächsten Rennen voll zu attackieren.“

Auch nach drei Ausfällen hintereinander hatte der Österreicher immer an „den Luis“ geglaubt: „Es war wichtig, dass wir intern nicht die Ruhe verloren haben.“

Den historischen Sieg an einem der technisch schwierigsten Weltcup-Hänge sieht Vogl mit der ihm eigenen bayrischen Gelassenheit: „Dafür kann ich mir heute leider nichts mehr kaufen. Ich muss von Rennen zu Rennen denken.“ Sein zwölf Jahre jüngerer Zimmergenosse Felix Neureuther hat sich ohnehin nie Gedanken über Vogls Form gemacht. „Der Luis braucht sich überhaupt keinen Druck machen, so wie der Ski fährt. Der muss nur herunter kommen, dann gibt es überhaupt keine Probleme“, sagte der Partenkirchener, der ebenfalls noch ein Resultat unter den Top 15 für die Teilnahme an den Winterspielen in Turin (10. - 26. Februar) braucht. Während Neureuther eine mögliche Heim-WM in Garmisch-Partenkirchen 2011 fest im Blick hat, plant Alois Vogl nicht so weit voraus. „Ich setze mir keine Grenze. So lange es mir körperlich so gut geht, dass es funktioniert, sehe ich keinen Grund warum ich aufhören soll“, sagte er.

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