"Ein Tag zum Vergessen"
Ertl und Bergmann-Schmuderer vom Pech verfolgt

Mit einer noch nicht auskurierten Gehirnerschütterung fuhr Martina Ertl beim Kombinationswettbewerb immerhin auf Platz sieben. Die geliehenen Slalom-Ski brachten ihrer bestohlenen Kollegin Monika Bergmann-Schmuderer nur einen 15. Platz ein

HB SANTA CATERINA. "Ich habe mein Bestes gegeben und kann mir keinen Vorwurf machen. Es ist sehr schwer, bei zwei so starken Kombiniererinnen aufs Podium zu fahren", sagte Ertl, die vor vier Jahren Kombinations-Weltmeisterin geworden war. "Das war ein Tag zum Vergessen", meinte Bergmann-Schmuderer. Gold ging im italienischen Santa Caterina an Janica Kostelic.

Die kroatische Titelverteidigerin und Olympiasiegerin lag nach Abfahrt und zwei Slalomläufen in 2:53,70 Minuten vor Anja Pärson (2:55,15). Die schwedische Super-G-Weltmeisterin absolvierte ihre erste Kombination überhaupt. Marlies Schild (Österreich/2:56,40) hatte als Dritte bereits 2,70 Sekunden Rückstand. Ertl fuhr als Abfahrts-16. im Slalom in 2:57,48 Minuten noch auf Rang sieben vor.

Kostelic erzielte bereits in der Abfahrt auf der Piste "Deborah Compagnoni" in 1:31,31 Minuten die Bestzeit und ging mit 0,66 Sekunden Vorsprung auf Pärson in den Slalom. "Dieser Winter ist eine Comeback-Saison für mich. Ich konzentriere mich einfach auf jedes Rennen und versuche, mein Bestes zu geben", sagte Kostelic, die bereits mehrere Knie-Operationen sowie einen Eingriff an der Schilddrüse hinter sich hat. Bereits mehrmals war der dreimaligen Olympiasiegerin und Weltmeisterin ein Karriereende prophezeit worden, doch immer kam die zweimalige Gesamtweltcupsiegerin zurück.

Der Tag hatte für die deutschen Damen schon denkbar schlecht begonnen. Diebe stahlen in der Nacht zum Freitag aus dem Keller des Mannschaftshotels die Slalom-Ski von Monika Bergmann-Schmuderer. Die 26-Jährige aus Lam musste am Freitagmorgen neue Ski testen. "Ich dachte zuerst, man wolle mich verarschen. Ich habe einen richtigen Hals", sagte sie.

Den Slalom bestritt Bergmann-Schmuderer auf geliehenen Ski der Schweizerin Marlies Öster. "Gott sei Dank, sonst hätte ich den Slalom nicht fahren können. Das ist eine schöne Geste", meinte Bergmann- Schmuderer. Auch drei paar Riesenslalom-Ski wurden entwendet. Immerhin blieben Hilde Gergs Abfahrtsski verschont. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Ausgerechnet einen Tag vor dem WM-Höhepunkt musste Österreich um seinen größten Skistar bangen: Hermann Maier verletzte sich in Bormio während der Abfahrts-Qualifikation. Der 32-Jährige stürzte beim Sankt-Peter-Sprung und musste mit dem Rettungsschlitten abtransportiert werden. Er zog sich eine vier Zentimeter lange Rissquetschwunde am linken Schienbein zu, die in einem Krankenhaus von Mannschaftsarzt Arthur Trost genäht werden musste. Sein Einsatz bei der Abfahrt an diesem Samstag (11.45 Uhr/ZDF und Eurosport live) ist aber nicht gefährdet. "Ich habe schon viel Schlimmeres erlebt. Im Großen und Ganzen ist es nicht so wild", sagte Maier.

Olympiasieger Fritz Strobl (Österreich) gewann die Qualifikation in 1:56,11 Minuten vor seinen Landsleuten Werner Franz (1:56,37) und Christoph Gruber (1:56,77), der damit bei der österreichischen Ausscheidung den Kürzeren zog und am Samstag zuschauen muss. Florian Eckert (Lenggries/1:57,80) wurde mit 1,69 Sekunden Rückstand guter Zwölfter, Max Rauffer (Leitzachtal) kam in 1:58,74 auf Platz 22. "Möglich ist viel, aber möglich ist auch, dass ich nicht unter die ersten 30 fahre", sagte Eckert. Cheftrainer Werner Margreiter forderte von seinem Duo, "sich gut und teuer zu verkaufen. Wir haben eine Außenseiterchance, und die wollen wir nutzen."

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