Eine der spannendsten Wahlen seit 1947
Disl und Ackermann sind „Sportler des Jahres 2005“

Zum ersten Mal in der Geschichte des deutschen Sports hat sich eine Biathletin bei der Wahl zu den Sportlern des Jahres durchgesetzt. Nach einer der spannendsten Wahlen seit 1947 wurden am Sonntag in Baden-Baden Uschi Disl, Ronny Ackermann als dritter Nordischer Kombinierer seit 1960 und die Basketball-Nationalmannschaft der Männer zum zweiten Mal nach 1993 als "Deutschlands Sportler des Jahres 2005" gefeiert. Acht Wochen vor Olympia in Turin gelang damit den Wintersportlern erstmals seit 1998 wieder ein Doppelsieg bei der 59. Abstimmung der deutschen Sportjournalisten in Regie der Internationalen Sport-Korrespondenz (ISK).

"Turbo-Disl", die nach 15 Jahren in der Weltklasse wie keine andere Frau hinter dem Boom in ihrer Sportart steht und 1998 als Sechste ihren zuvor besten Platz bei der Sportlerwahl belegt hatte, wurde Nachfolgerin der achtmaligen Kanu-Olympiasiegerin Birgit Fischer. Nachdem die 34 Jahre alte Polizeihauptmeisterin vom bayerischen SC Moosham zuvor bei Olympia und WM nur Einzel-Silber gewonnen hatte, errang sie im März bei der WM einen Doppelsieg im Sprint und Jagdrennen und will nun zum Karrierenende auch in Turin bei den Winterspielen Gold.

Disl siegt vor Friesinger und Dietzsch

Uschi Disl siegte mit 3 088 Punkten vor Eisschnellläuferin Anni Friesinger (Inzell/2 518), die im vorolympischen Winter WM-Gold im Mehrkampf, über 5000m sowie mit dem Team gewann und Europameisterin wurde. Sie war schon 2001, 2003 und 2004 Zweite gewesen. Dritte wurde Diskuswerferin Franka Dietzsch (Neubrandenburg/1 876), die mit 37 Jahren in Helsinki den ersten Titel für Deutschlands Leichtathleten seit 2001 gewann. Sie hatte 1999 bei ihrem ersten WM-Titel bei der Sportlerwahl nur Rang zehn belegt.

Sportsoldat Ronny Ackermann vom WSV Dermbach, der genauso wie Disl direkt vom Weltcup eingeflogen worden war, gewann die Abstimmung als dritter Nordisch-Kombinierter nach den Olympiasiegern Georg Thoma (1960) und Franz Keller (1968) und wurde Nachfolger von Formel-1-Star Michael Schumacher, der ebenso wie Birgit Fischer 2005 als WM-Dritter ohne Chance war. Der 28 Jahre alte Thüringer gewann bei der Heim-WM in Oberstdorf WM-Titel in Einzel und Sprint und wie Disl bisher bei Olympia auch "nur" Silber.

Platz zwei für Dirk Nowitzki

Er siegte mit 2 929 Punkten vor Basketballer Dirk Nowitzki (2 413). Der Würzburger wurde bei der EM in Belgrad zum besten Spieler gewählt, ist als Star der Dallas Mavericks eine der überragenden Persönlichkeiten der nordamerikanischen Profiliga NBA. Er war 2002 schon einmal Wahl-Zweiter gewesen.

Auf Rang drei landete Tischtennis-Star Timo Boll (Gönnern/1 552), der zusammen mit dem Düsseldorfer Christian Süß Vize-Weltmeister im Doppel wurde und den Weltcup gewann. Er war nach EM-Gold und Weltcupsieg 2002 Fünfter gewesen.

In der Mannschaftsentscheidung fiel zum zweiten Mal nach dem EM-Titel von 1993 die Wahl auf die Basketballer (2 864), die Nachfolger des 2004 bei Olympia siegreichen Hockey-Teams der Damen wurden. Auf Platz zwei folgten die Fußball-Frauen (2 527), die ihren sechsten EM-Titel nicht wie zwei Jahre zuvor nach dem WM-Triumph in einen Wahlsieg ummünzen konnten. Auf Rang drei kam der Fußball-Rekordmeister Bayern München (1 374), der zum fünften Mal das Double aus Meisterschaft und Pokal gewann.

© SID

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