Eine Lösung im Streit um die nächste Austragung deutet sich an
America’s Cup: Von Milliardär zu Milliardär

Nach über einem Jahr Rechtstreit reicht BMW Oracle dem Cup-Verteidiger Alinghi die Hand: Die Amerikaner bieten an, das Berufungsverfahren aufzugeben, wenn die Schweizer einen America´s Cup mit vielen Herausforderern unter den Regeln aus dem Jahr 2007 organisieren.

HB BERLIN. Es erscheint unglaublich, aber in dem Zwist um die nächste Austragung des America?s Cup der Segler deutet sich tatsächlich so etwas wie eine Lösung an. Nach über einjährigem Rechtsstreit hat das Herausforderer-Syndikat BMW Oracle dem Cup-Verteidiger Alinghi eine Friedensofferte unterbreitet. Die Amerikaner bieten an, das von ihnen initiierte Berufungsverfahren in letzter Instanz aufzugeben, sollten die Schweizer einen America's Cup mit vielen Herausforderern unter den Regeln aus dem Jahr 2007 organisieren. Dies erklärte Marcus Young, Präsident des Gold Gate Yacht Club, in einem Brief an den Alinghi-Verein Société Nautique de Genève.

Alinghi befindet sich seit dem letzten Urteil eines New Yorker Gerichts im Juli, das überraschend zugunsten der Schweizer ausfiel, in starker Position und führt bereits Gespräche mit Teamchefs wie Keith Mills (Team Origin), Patrizio Bertelli (Luna Rossa) und anderen. Die Hoffnungen von BMW Oracle ruhen demgegenüber auf dem laufenden Berufungsverfahren, dessen Urteil mit ungewissem Ausgang aber noch ein Jahr oder länger auf sich warten lassen könnte.

Vor dem Hintergrund des langen Rechtsstreits und der zunehmenden Frustration in der Segelszene werden bereits Alternativen angeregt. Das traditionsreiche Team Neuseeland etwa plant für Anfang 2009 eine Regatta in Auckland auszurichten, zu der alle Cup-Teams der vergangenen Ausgabe 2007 eingeladen wurden. Gesponsort wird die Veranstaltung vom langjährigen America?s-Cup-Partner Louis Vuitton, die Boote stellt Team Neuseeland. Die Initiative spricht vielen Segelfans aus der Seele, die das Wettrüsten der letzten Jahre zwischen den Multimilliardären Ernesto Bertarelli (Alinghi) und Larry Ellison (BMW Oracle) ohnehin nicht sonderlich goutierten.

Ihren Streit beizulegen, wäre angesichts der neuen Konstellation für die beiden Platzhirsche umso opportuner - und offenbar arbeiten sie auch schon daran. Bertarelli befindet sich in dieser Woche geschäftlich in Kalifornien, einer Alinghi-Pressesprecherin zufolge werde er dort möglicherweise bei einem Treffen mit Ellison "die Gespräche fortführen, die sie in den vergangenen Wochen telefonisch geführt haben". Weiter hieß es: "Wir glauben, dass die diplomatische Route die Tür zu einer Lösung aufmachen kann und bevorzugen es deshalb, nicht auf die Pressemitteilung des Golden Gate Yacht Clubs zu reagieren, bis sich Ernesto und Larry getroffen haben."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%