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Eine Million Fans jubeln Meister „Barça“ zu

Der erste Titelgewinn des FC Barcelona nach sechs erfolglosen Jahren hat fast die ganze Stadt auf die Beine gebracht. Eine Million Fans jubelten den Kickern des neuen spanischen Fußballmeisters zu, die in einem offenen Bus durch die katalanische Metropole fuhren.

dpa MADRID. Der erste Titelgewinn des FC Barcelona nach sechs erfolglosen Jahren hat fast die ganze Stadt auf die Beine gebracht. Eine Million Fans jubelten den Kickern des neuen spanischen Fußballmeisters zu, die in einem offenen Bus durch die katalanische Metropole fuhren.

Mit einem 1:1 beim Aufsteiger UD Levante hatte "Barça" sich vorzeitig den 17. Titel gesichert. Der Erzrivale Real Madrid scheiterte mit seiner grandiosen Aufholjagd. Die "Königlichen" kamen nach einer Serie von sieben Siegen beim FC Sevilla nur zu einem 2:2. Real (76 Punkte) steht damit als Vizemeister fest. Den Rückstand zu Barça (82) können die Madrilenen in den letzten beiden Spielen nicht mehr wettmachen, da sie den direkten Vergleich (0:3/4:2) verloren haben.

Auf dem Höhepunkt der Jubelfeiern strömten 100 000 "Culés" (Barça-Fans) ins Camp-Nou-Stadion, um den Meister bei Musik und Feuerwerk hochleben zu lassen. Für eine unschöne Note sorgte ausgerechnet Torjäger Samuel Eto'o, der den Ausgleichstreffer bei Levante erzielt hatte. In der allgemeinen Euphorie brüllte der Kameruner den Gassenhauer "Madrid cabrón, saluda al campeón!" (Scheißverein Madrid, grüß den Meister!) ins Mikrofon. Die Madrider Presse verlangte von Eto'o, der bis vor kurzem bei Real unter Vertrag gestanden hatte, eine Entschuldigung.

Der Titel und die Feiern machten den Blauroten Lust auf mehr. "Wir haben den Ehrgeiz, noch viele Titel zu holen", meinte Kapitän Carles Puyol. Ronaldinho ergänzte: "Ich will mit Barcelona eine Ära schreiben." Der Brasilianer hatte mit seinem Lächeln den Katalanen vor zwei Jahren aus der Krise geholfen und den Blauroten neuen Mut gemacht. Dabei hatte Barça den Fußballmagier damals eigentlich eher unfreiwillig verpflichtet.

Clubchef Joan Laporta hatte es auf David Beckham abgesehen gehabt, aber der Engländer ging lieber zu Real. Beckhams Nein wurde für Barcelona zu einem beispiellosen Glücksfall. Der "Ersatzmann" Ronaldinho entpuppte als die gelungenste Neuverpflichtung der Vereinsgeschichte. Der Weltverband Fifa zeichnete ihn als besten Fußballer der Welt aus.

Während der FC Barcelona von den nächsten Titeln träumt und mit Mark van Bommel (PSV Eindhoven) eine weitere Verstärkung an der Angel hat, steht bei Real Madrid ein schwieriger Neuaufbau bevor. Die "Galaktischen" um Ronaldo, Beckham & Co. blieben wie im Vorjahr ohne Titel. Was noch schlimmer ist: Sie haben - anders als die erfolgshungrigen Barça-Kicker - die beste Zeit hinter sich.

Für den Neuanfang liebäugelt Real mit dem Jungstar Robinho (FC Santos), Steven Gerrard (FC Liverpool) und Joaquín (Betis Sevilla). Der Portugiese Luis Figo, den Florentino Pérez nach seiner Wahl zum Real-Präsidenten vor fünf Jahren als ersten Superstar verpflichtet hatte, dürfte auch der erste Top-Akteur sein, der den Club wieder verlässt.

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