Eine Nummer zu groß
Kiefer scheitert im Halbfinale an Federer

Für Nicolas Kiefer war bei den Australian Open in Melbourne im Halbfinale Endstation. Der Niedersachse unterlag dem Weltranglistenersten Roger Federer aus der Schweiz mit 3:6, 7:5, 0:6, 2:6 und hat damit das erste Grand-Slam-Finale seiner Karriere verpasst. Federer trifft im Endspiel am Sonntag (9.30 Uhr MEZ) auf Überraschungsfinalist Marcos Baghdatis (Zypern), der im Halbfinale gegen den Argentinier David Nalbandian gewann.

"Insgesamt habe ich zwei super Wochen gehabt, ich muss die guten Sachen sehen", sagte der 28-jährige Kiefer nach dem Spiel. Eine dieser guten Sachen ist, dass er in der neuen Weltrangliste am Montag von Platz 25 auf Rang zwölf klettert.

Doch das interessierte ihn zu mitternächtlicher Geisterstunde am anderen Ende der Welt zunächst nicht: "Ich muss das alles erst noch realisieren. Jetzt bin ich enttäuscht und sehr müde." Wieder gelang es nicht, die Hürde Federer zu überwinden. "Die ersten beiden Sätze waren sehr hohes Niveau, danach aber hat er unglaublich gespielt", meinte Kiefer: "Am Ende war er einfach zu gut."

Siebte Niederlage in Folge gegen Federer

Kiefer hat bereits zum siebten Mal in Folge gegen den 24 Jahre alten Eidgenossen verloren, insgesamt verschlechterte sich seine Bilanz auf 3:8 Siege. "Mein großes Ziel bleibt, ihn einmal wieder zu schlagen", erklärte der Niedersachse fast trotzig: "Ich werde weiterarbeiten und es immer wieder versuchen." Dabei ahnt er wohl, dass es ein fast unerreichbares Ziel ist: "Man spielt an seinem Limit, aber er kann immer noch einen draufsetzen."

Kiefer hatte bereits in Federers erstem Aufschlagspiel eine Breakchance, die er nicht nutzen konnte. Stattdessen gab er sein Service zum 1:3 und damit praktisch den Satz ab. Er wirkte in dem Match verhaltener als in den Spielen davor, von der versprochenen Aggressivität und dem Kampfgeist war nur wenig zu sehen. Dennoch gelang ihm in einem ausgeglichenen zweiten Durchgang ein Break zum 7:5-Satzgewinn.

Anschließend steigerte Federer sein Niveau und deklassierte Kiefer im dritten Durchgang. Die Kräfteverhältnisse waren damit geklärt, mit zwei Breaks zum 2:1 und 4:1 im vierten Durchgang war die Partie praktisch entschieden. "Ich habe wohl auch zu viel Energie in den ersten Runden gelassen", sagte Kiefer. Ihm gelangen zwar auch spektakuläre Punkte, insgesamt aber unterliefen ihm wesentlich mehr Fehler, er spielte nicht konstant genug. Tommy Haas schien bei seiner Fünfsatzniederlage gegen den Weltranglisten-Ersten wesentlich näher an einer Überraschung.

Nächstes Ziel: Daviscup

Gemeinsam wollen Haas und Kiefer beim Daviscup vom 10. bis 12. Februar im westfälischen Halle Frankreich schlagen. Kiefer fliegt zurück ins kalte Deutschland, daheim erholen und die Bänderdehnung im Fuß behandeln lassen: "Dann geht es früh nach Halle, um mich auf den Daviscup vorzubereiten. Das ist mein Lieblingsort, schön nah an Zuhause."

Daviscup-Teamchef Patrik Kühnen, der seine Mannschaft am Samstag bekanntgeben will, war mit der Form seines Spitzenspielers in Australien absolut zufrieden: "Federer hat ab dem dritten Satz stark zugelegt und war dann einfach nicht mehr zu bremsen."

Kiefer bleiben nach dem größten Erfolg in seiner Karriere bei einem Grand-Slam-Turnier ein Preisgeld von umgerechnet rund 188 000 Euro und die Gewissheit, dass er wieder in der erweiterten Weltspitze angekommen ist. Im Juli 2003 stand er nach einer Serie von Verletzungen und schwachen Leistungen auf Platz 80, jetzt kratzt er wieder an den Top Ten. "Das Entscheidende war, dass ich nie den Kopf habe hängen lassen und immer an mich geglaubt habe", erklärt Kiefer.

© SID

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