Einigung mit der Regierung
„Intelligente Lösungen“ bei Doping-Kontrollen

Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Jacques Rogge, ist vom Erfolg der XX. Winterspiele vom 10. bis 26. Februar in Turin überzeugt.

HB TURIN. "Wir sind sehr zufrieden mit den Fortschritten der Organisatoren", erklärte der Belgier am diese Woche zum Abschluss der Sitzungen der IOC-Exekutive. Es gebe wie immer wenige Tage vor Beginn der Spiele noch kleine Dinge zu verbessern. "Aber ich bin sicher, dass das sehr gute Spiele werden", sagte Rogge.

Keine Probleme oder gar Konflikte mit den italienischen Behörden erwartet der IOC-Präsident auch in der Frage der Doping-Kontrollen. Nach der Einigung mit der Regierung in Rom in drei wesentlichen Punkten gehe er von einer sehr guten Zusammenarbeit aus: "Wir haben sehr intelligente Lösungen gefunden." Dazu zählt unter anderem, dass keine Polizisten und keine Staatsanwälte ins Olympische Dorf eindringen, sagte der Olympia-Beauftragte der römischen Regierung, Mario Pescante, am Montag in Turin. "Das wird es nicht geben", betonte Pescante.

Prämissen sind, dass das IOC die Hoheit in allen Doping-Fragen hat. "Wenn aber ein Sportler positiv getestet wird, wird das italienische Gericht eingreifen. Da gibt es keine Ausnahme", sagte Pescante, fügte aber zugleich hinzu, dass positiv getestete Sportler nicht allzu große Furcht vor einer Verurteilung haben müssten. Der Rechtsweg in Italien sei überaus langwierig. Zwar sehe das Gesetz für Dopingsünder formell Haftstrafen von bis zu zwei Jahren vor, faktisch müsse aber niemand in Turin mit einer Gefängnisstrafe rechnen. Das IOC plant, in Turin etwa 1200 Doping-Tests durchzuführen, rund 70 Prozent mehr als vor vier Jahren in Salt Lake City.

Außerdem habe man sich darauf verständigt, dass die aktuelle Liste von 2006 mit den verbotenen Substanzen als Grundlage für mögliche Sanktionen gelten muss - und nicht die im italienischen Anti-Doping-Gesetz verankerte Liste von 2005. Das IOC behält sich laut Rogge die Verantwortung über das gesamte Kontrollverfahren vor.

Der IOC-Präsident Jacques Rogge machte zugleich deutlich, dass eine Zusammenarbeit mit den Staatsorganen der Olympia-Gastgeber unerlässlich ist. "Wir sind gut bei den Doping-Kontrollen, aber nicht so gut beim Aufspüren und bei der Verfolgung der Drogen- und Doping- Mafia", betonte der 63 Jahre alte Belgier.

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