Einsatz von Chemikalien
Peking plant wolkenlose Olympische Spiele

Wann Regen fällt, ist nur leider schwer vorhersehbar. Den Chinesen graut es davor, dem Regen hilflos ausgeliefert zu sein, wenn in gut einem Jahr die Olympischen Sommerspiele in Peking beginnen. Damit die Welt-Sportspiele nicht ins Wasser fallen, hat der chinesische Wetterdienst CMA angekündigt, mit chemischer Unterstützung für einen klaren Himmel zu sorgen.

HB / sid PEKING. Die Wolke ist eine Ansammlung von Wassertröpfchen. Diese schweben in einigem Abstand zur Erdoberfläche in der Atmosphäre. Wie bei bodennahem Nebel handelt es sich bei der Wolke um die sichtbaren Kondensationsprodukte des Wasserdampfs. Sie wird vier Familien zugeordnet, hohe, mittelhohe, niedrige und solche, die sich über mehrere Stockwerke erstrecken. Letzt genannte hat eine erhöhte Neigung, in den physikalischen Zustand des Regens überzugehen.

Wann Regen fällt, ist nur leider schwer vorhersehbar, denn regenschwere Wolken können über weite Strecken ziehen, ohne sich zu entleeren. Den Chinesen graut vor diesem Phänomen. In gut einem Jahr beginnen in Peking die Olympischen Sommerspiele. Die prognostizierte Regenwolkenwahrscheinlichkeit liegt bei 50 Prozent.

Damit die Welt-Sportspiele nun nicht ins Wasser fallen, hat der chinesische Wetterdienst CMA angekündigt, mit chemischer Unterstützung für einen klaren Himmel zu sorgen. „Wir wollen die vielen Regentage bereits in diesem Sommer nutzen. Die Testläufe beginnen sofort“, sagte CMA-Chef Zheng Guoguang.

Geplant ist der Einsatz von Silberjodid, einem Kristall, das mit Raketen direkt in die Wolken geschossen wird. Das noch gasförmige Wasser kondensiert an dem Kristall, und die Wolken regnen sich ab, ehe sie über dem Olympiastadion Stellung beziehen können. So weit jedenfalls die Theorie.

„Es gibt keine gesicherten Studien, dass diese Technik wirklich funktioniert“, sagt Uwe Kirsche vom Deutschen Wetterdienst. Trotz gegenteiliger Expertenmeinungen wird Silberjodid auch in Deutschland eingesetzt. Die so genannten Rosenheimer Hagelflieger etwa sollen bei Unwettern in Bayern die Gefahr von Verletzungen und Zerstörungen durch große Hagelkörner minimieren.

In Peking aber nimmt man sich inzwischen zuversichtlich des Problems an. „Wir sind guter Dinge, dass wir die Regenfälle innerhalb eines kleinen Gebietes reduzieren können“, sagt Wang Yubin, Chefingenieur des Pekinger Wetterbüros. Notfalls würde die Technik direkt über dem Olympiastadion wenige Stunden vor der Eröffnungsfeier zum Einsatz kommen.

Dass es von Natur aus trockene Spiele geben könnte, ist angesichts der Statistiken unwahrscheinlich. Die Daten der vergangenen 20 Jahre weisen durchschnittlich 11,8 Regentage im August auf. Vor diesem Hintergrund sind die Bemühungen der fleißigen Chinesen hoch zu würdigen. Zumal die Wolke in ihrer Kultur Glück und Frieden symbolisiert.

In diesem Fall allerdings bleibt zu wünschen, dass der wolkenlose Himmel über den Spielen nicht zu hoch gerät.

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