Einzel-Gold ist das große Ziel: Biathlon-WM: Uschi Disl ist der Star

Einzel-Gold ist das große Ziel
Biathlon-WM: Uschi Disl ist der Star

Nach dem Abschlusstraining für den samstäglichen Sprintwettkampf zur Eröffnung der Biathlon-Weltmeisterschaften musste Uschi Disl am Freitag im sonnenüberfluteten Hochfilzen unzählige Fragen beantworten, Autogrammkarten verteilen, für Fotos posieren. Die im österreichischen Kössen - gut eine halbe Autostunde vom WM-Ort entfernt - wohnende Bayerin wurde von den einheimischen Fans umschwärmt.

HB HOCHFILZEN. Den Rummel um ihre Person nahm die 34-Jährige gelassen hin, genoss ihn fast: "Hochfilzen ist ja nach Oberhof 2004 meine zweite Heim-WM hintereinander."

In den kommenden Tagen wird sich das ändern. "Ich will versuchen, mich aus dem Trubel zurück zu ziehen. Hier sind viele Leute aus meinen Heimatorten Kössen und Dietramszell, die alle etwas von mir und mein Bestes wollen", sagte sie und kündigte absolute Konzentration auf die Wettkämpfe an. Selbst ihr Freund Hubert Binder und der Familienhund mussten zu Hause bleiben. "Nachdem ich im Vorjahr in Oberhof nicht gesund war, hat das heuer bisher vor der WM besser geklappt", meinte die laufstärkste aller WM-Teilnehmerinnen. Diese gute Voraussetzung will sie nutzen, um einen der wenigen weißen Flecken in ihrer Erfolgsbilanz zu tilgen. Bei der 15. WM-Teilnahme soll endlich der erste Einzeltitel für die fünfmalige Team- Weltmeisterin herausspringen.

Über ihre Chancen in den Tiroler Bergen äußert sie sich sehr zurückhaltend. "Ich will möglichst oft starten. Das ist in unserer Mannschaft nicht so einfach, wie mancher vielleicht denken mag", sagte sie. Im Abschlusstraining allerdings unterstrich sie ihre Ambitionen. Acht Mal schoss sie - keine Scheibe blieb stehen. "Wenn ich das endlich auch einmal im Wettkampf umsetzen könnte, dann wäre ich total zufrieden", sagte sie. "Von Medaillen rede ich nicht", fügte die Polizeimeisterin beim Bundesgrenzschutz an. Dabei weiß sie ganz genau, dass ihr Edelmetall kaum zu nehmen ist, wenn sie ohne Schießfehler über den Kurs kommt.

"Bei Uschi weiß man nie so genau was rauskommt. Sie hat es auch schon geschafft, beim Anschießen meisterhaft zu treffen und anschließend im Wettkampf ganze Fehlerserien zu produzieren", drückte sich Frauen-Cheftrainer Uwe Müßiggang vor einer Prognose. Auch wenn die Routinierteste des Teams nicht vom Einzeltitel spreche, habe sie den natürlich im Hinterkopf. "Mit dem Druck muss sie bei ihrer vermutlich letzten WM-Teilnahme erst einmal fertig werden", bemerkte Müßiggang, der Uschi Disls Leistungsschwankungen am Schießstand einige seiner grauen Haare verdankt. "Wäre es nicht Uschi, die dann auch immer wieder gewinnt, hätte ich ihr als Trainer, der hinter dem Fernglas steht, schon lange gesagt: Geh zum Jochen Behle und laufe nur", scherzte er.

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