Eishockey DEL
"Alpen-Vulkan" Zach wird 60 Jahre alt

"Alpen-Vulkan" Hans Zach feiert heute seinen 60. Geburtstag. "Ich gehe mit meiner Frau schön essen, das wars", sagte der Trainer der Hannover Scorpions zu seinem Ehrentag.

Ein runder Geburtstag ist für Hans Zach noch lange kein Grund, in Erinnerungen zu schwelgen oder die große Sause zu veranstalten. "Ich gehe mit meiner Frau schön essen, das wars", sagt der Eishockey-Trainer der Hannover Scorpions, der heute 60 Jahre alt wird. Denn sein Ehrentag fällt genau in die Play-off-Halbfinalserie gegen seinen Ex-Klub Düsseldorfer EG, und nichts anderes hatte sich die schillerndste Figur im deutschen Eishockey zum Geburtstag gewünscht. Denn der "Alpen-Vulkan" spuckt noch immer Feuer - wenn auch nicht mehr ganz so aktiv wie früher.

"Ich bin zwar ruhiger geworden, aber nicht nachlässiger"

Im nächsten Jahr will sich der ehemalige Bundestrainer eine Auszeit nehmen. "So langsam merke ich, dass die Energie nicht mehr so da ist, wie es sein sollte", erklärte Zach jüngst. Doch wer glaubt, der Bad Tölzer sei altersmüde, der irrt. "Ich bin zwar ruhiger geworden, aber nicht nachlässiger", sagt Zach und widersprach Gerüchten, er werde Hannover schon nach dieser Saison verlassen: "Ich habe Vertrag bis 2010 und werde diesen auch erfüllen."

Die Scorpions werden das gerne hören, auch wenn Zach bei seinen seltener gewordenen "Ausbrüchen" - wie vor zwei Wochen beim Streitthema Eintrittspreise - selbst vor der eigenen Klubführung nicht halt macht.

Zach war nie ein Leisetreter, er spricht Klartext und polarisiert wie kaum ein anderer in der Branche. Mit seinem Spitznamen "Alpen-Vulkan" hat er kein Problem. "In den Alpen steht zwar kein Vulkan, aber ich kann mit dem Namen ganz gut leben", meint Zach, dessen Autobiografie auch den Titel trägt: "Ich, der Alpenvulkan". Über sein Temperament sagte er einst: "Ich tobe nicht, ich bin kontrolliert engagiert."

Zahlreiche Erfolge

Seine Leidenschaft führte den 80-maligen Nationalspieler zu zahlreichen Erfolgen. Als Spieler wurde er zweimal deutscher Meister, holte als Trainer mit der DEG von 1991 bis 1993 dreimal in Folge den Titel. 1998 übernahm der gelernte Metzger die Nationalmannschaft und führte das Team zurück in die A-Gruppe und bei den Weltmeisterschaften 2001, 2002 und 2003 sowie Olympia 2002 in Salt Lake City jeweils ins Viertelfinale.

International hinkt die DEB-Auswahl mittlerweile hinterher, und das wird sich laut Zach so schnell nicht ändern. Seit dem Olympiabronze 1976 habe man im deutschen Eishockey "über 30 Jahre geschlampt", erklärte Zach kürzlich und machte eine Führungsschwäche in den Verbänden aus. Aktiv ändern - etwa mit einem Posten beim DEB oder in der DEL - will er dies aber nicht. "Man hat 20 Jahre nicht auf mich gehört, warum sollte man es jetzt tun?"

Doch was auch immer Zach nach der aktiven Zeit als Trainer macht, die schnellste Mannschaftssportart der Welt wird ihn nie loslassen. "Eishockey war immer das Größte, was ich mir vorstellen konnte." Großen Anteil hatte daran sein großer Bruder Martin, der 1956 mit Deutschland an den Olympischen Spielen teilnahm und dem Hans Zach nacheiferte. Vor einem Jahr verstarb Martin Zach im Alter von 78 Jahren während eines Angelurlaubs in Alaska. "Er fehlt mir sehr. Mit ihm konnte man wunderbar über Eishockey reden, er war ein wandelndes Lexikon."

© SID

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