Eishockey DEL
Busch kommt mit Geldstrafe davon

Nationalspieler Florian Busch ist vom DEB nach seiner verweigerten Dopingkontrolle öffentlich verwarnt und mit einer Geldstrafe belegt worden. Die Nada will nun Rechtsmittel einlegen.

Florian Busch kommt ohne Sperre davon: Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) hat den Berliner Nationalspieler am Dienstag nach seiner verweigerten Dopingkontrolle vom 6. März nur öffentlich verwarnt. Zudem verurteilte das "DEB Missed Test Policy Gremium" unter Vorsitz des DEB-Vizepräsidenten Uwe Harnos den 23-Jährigen zu 5 000 Euro Geldstrafe und 56 Stunden gemeinnütziger Arbeit in einem Verein.

Das bestätigte DEB-Generalsekretär Franz Reindl dem sid. Busch durfte damit am Dienstagabend im zweiten Play-off-Finale der Deutschen Eishockey Liga (DEL) bei den Kölner Haien auflaufen.

Der Berliner war am 6. März nach dem Vormittagstraining nach Hause gefahren, um seine Freundin Maria-Theresia zum Essen abzuholen. Als die beiden das Haus verlassen wollten, stand der Doping-Kontrolleur vor der Tür. Das DEB-Gremium ging bei seiner Entscheidung davon aus, dass Florian Busch damals zwar gegen 12.30 Uhr den Test verweigerte, aber bereits um 12.54 Uhr mit der Nada in Kontakt trat, sich für seine Kurzschlussreaktion zu entschuldigen und eine Probe gegen 17.00 Uhr zu veranlassen.

Die Probe wurde im Institut für Dopinganalytik und Sportbiochemie in Dresden untersucht, das Ergebnis war negativ. Es gab auch keinen Hinweis auf dopingverschleiernde Substanzen. Deshalb wurde es vom DEB als unangemessen und nicht sachgerecht erachtet, dass ein nachweislich nicht gedopter Sportler den gleichen Sanktionen unterworfen wird wie ein nachweislich gedopter Sportler. Reindl: "Das ist absolut die richtige Entscheidung."

Die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) sieht jedoch einen verweigerten Test, der wie eine positive Probe mit zwei Jahren Sperre zu ahnden ist. Sie will das DEB-Urteil laut Sprecherin Ulrike Spitz nicht anerkennen, sondern Rechtsmittel einlegen, das Bundesministerium des Inneren informieren und die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) anrufen. DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke glaubt jedoch, dass "das Thema erledigt" ist. "Ich glaube nicht, dass der DEB ein Urteil trifft, das juristisch nicht haltbar ist", sagte Tripcke bei Premiere.

Dem "DEB Missed Test Policy Gremium" gehören neben Harnos auch DEB-Chef Hans-Ulrich Esken, Iihf-Council-Mitglied Dr. Beate Grupp, Mannschaftsarzt Dr. Andreas Gröger und der DEB-Anti-Doping-Beauftragte Michael Pfuhl an.

© SID

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