Eishockey DEL
CAS sperrt Eishockey-Profi Busch für zwei Jahre

Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat Eishockey-Nationalspieler Florian Busch wegen eines Verstoßes gegen die Dopingrichtlinien für zwei Jahre gesperrt.

Höchststrafe nach 14-monatigem Tauziehen: Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) hat in der Kontroverse um Florian Busch einen Schlussstrich gezogen und den Eishockey-Nationalstürmer wegen eines Verstoßes gegen die Dopingrichtlinien für zwei Jahre gesperrt. Die Sperre des 24-Jährigen vom deutschen Meister Eisbären Berlin beginnt rückwirkend am 22. April dieses Jahres und endet am 21. Februar 2011 um Mitternacht. Zwei Monate der Sperre wurden Busch bereits angerechnet.

Der CAS gab nach einem über ein Jahr währenden Rechtsstreit einer Klage der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) gegen die Internationale Eishockey-Föderation Iihf statt. Im angeschlossenen Verfahren gegen den Deutschen Eishockey-Bund (DEB) in der gleichen Sache scheiterte die Wada jedoch. Die Sperre gilt für alle nationalen und internationalen Wettbewerbe sowie auch für alle offiziellen Inline-Hockey-Wettbewerbe.

Harnos: "Ich kann darüber nur den Kopf schütteln"

In Deutschland löste das Urteil größtenteils Unverständnis aus. "Ich kann darüber nur den Kopf schütteln. Es ist mir völlig unbegreiflich, warum so entschieden wurde", sagte DEB-Präsident Uwe Harnos. "Florian muss sich jetzt mit seinen Anwälten zusammensetzen und über Konsequenzen beraten."

Busch hatte am 6. März 2008 zuhause Besuch von den Kontrolleuren der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada) erhalten und weigerte sich seinerzeit, eine Urinprobe abzugeben. Er holte diese Stunden später unter DEB-Aufsicht nach. Sie fiel negativ aus. Er wurde trotzdem vom Verband verwarnt und mit 5 000 Euro Geldstrafe sowie 56 Stunden gemeinnütziger Arbeit belegt. Daraufhin nahm Busch für Deutschland an der Eishockey-WM in Kanada 2008 teil.

Bei der Klage gegen den DEB hatte der CAS keine juristische Grundlage, weil der deutsche Verband die Richtlinien der Nada nicht implementiert hatte. Der Klage gegen die Iihf wurde vom CAS wohl stattgegeben, weil Busch eben an der WM teilgenommen hatte.

Felski: "Ich bin schockiert"

Der Stürmer war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Es ist jedoch nicht zu erwarten, dass er das Urteil einfach hinnehmen wird. Seine Chancen stehen aber schlecht.

Auch die Deutsche Eishockey Liga (DEL) will das Urteil zunächst genau prüfen. "Wir von der DEL werden uns alles erst einmal mit Sorgfalt durchlesen und uns dabei juristischen Beistand besorgen", sagte DEL-Pressesprecher Alexander Morel.

Veteran Sven Felski, Klubkollege von Florian Busch, zeigte sich regelrecht entsetzt. "Ich bin schockiert. Erstens, weil Florian nicht gedopt hat, zweitens, weil er seinen Fehler eingesehen hat und kurz danach seine Dopingprobe nachgeholt hat. Es gab ja ähnliche Fälle, da hat man nicht ein solch hartes Urteil gefällt", sagte der Stürmer.

Nach Meinung von Nada-Sprecherin Ulrike Spitz fiel die CAS-Entscheidung zwangsläufig. "Es handelte sich um eine Verweigerung und die Regelsperre ist zwei Jahre. Es war eine schwierige juristische Situation, weil in Deutschland die Bindung ans Regelwerk nicht ausgereicht hat. Es war immer die Frage, ob Florian Busch durch die WM-Teilnahme ans Regelwerk des internationalen Verbandes gebunden war", sagte Spitz.

© SID

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