Eishockey DEL
Coach Stewart muss in Hamburg seinen Platz räumen

Die Hamburg Freezers haben auf ihre sportliche Krise in der DEL reagiert und sich von Trainer Bill Stewart getrennt. Interimscoach wird Sportdirektor Bob Leslie.

Nach einer Krisensitzung bis nachts um drei Uhr haben sich die Hamburg Freezers aus der Deutschen Eishockey Liga (DEL) von Trainer Bill Stewart getrennt. "Wir mussten reagieren", erklärte Geschäftsführer Boris Capla am Samstagmorgen. Den Ausschlag hatte die 0:4-Heimpleite des Tabellenelften gegen die Straubing Tigers, die vierte Heimniederlage in Folge, am Freitagabend gegeben.

"Für alle Beteiligten das Beste"

"Es war für alle Beteiligten das Beste, sich zu trennen", sagte Capla und bescheinigte dem 51-jährigen Stewart: "Er hat viel probiert. Aber vielleicht ist er nicht mehr zum Team durchgedrungen." Stewart, der am 25. November 2006 in einer Nacht-und-Nebel-Aktion als Nachfolger des Ex-Nationalspielers Mike Schmidt geholt worden war, wird bis auf Weiteres durch Sportdirektor Bob Leslie ersetzt.

Der Kanadier leitete bereits am Samstagmorgen das Training zusammen mit dem bisherigen Stewart-Assistenten Maurizio Mansi. Das Duo soll auch am Sonntag (14.30 Uhr) im Auswärtsspiel beim Tabellenführer Hannover Scorpions an der Bande stehen. "Ich bin aber nur Interimstrainer", betonte Leslie: "Ich werde weiter als Manager arbeiten."

Mit einem Nachfolger für Stewart, der 2001 mit Adler Mannheim deutscher Meister war, sind die Freezers laut Capla "in Verhandlungen". Nach "Kill Bill", der als harter Hund die Erwartungen in Hamburg nicht annähernd erfüllte und zweimal nacheinander im Viertelfinale scheiterte, wird nun ein etwas anderer Trainertyp gesucht.

"Wir werden nicht den lieben Gott verpflichten"

"Wir müssen jemanden finden, der die Mischung hinbekommt aus Über-den-Kopf-Streicheln und In-den-Hintern-Treten", sagte Capla und fügte an: "Ich glaube nicht, dass wir den lieben Gott verpflichten werden, der hat zu Weihnachten schon genug zu tun." Der am 30. November beim ERC Ingolstadt entlassene Benoit Laporte wird nicht Stewarts Nachfolger. "Er ist definitiv kein Thema", erklärte Capla.

Die Spieler, die nach sechs Niederlagen in den letzten sieben Spielen bereits fünf Punkte hinter dem letzten Vor-Play-off-Platz zurückliegen, reagierten auf das Aus ihres Coaches durchaus selbstkritisch. "Wir haben den Trainer hängen lassen", sagte Kapitän Clarke Wilm: "Es ist leider im Sport so, dass in solchen Situationen der Trainer gehen muss."

Auch Stürmer Travis Brigley meinte: "Es ist immer ein trauriger Tag, wenn ein Trainer gehen muss." Noch am vergangenen Wochenende hatte Capla nach dem überraschenden 2:1-Sieg nach Penaltyschießen bei Adler Mannheim erklärt, man müsse sich über den Trainer keine Gedanken machen.

© SID

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