Eishockey DEL
DEL-Reformpaket ruft unterschiedliches Echo hervor

Das Reformpaket in der Deutschen Eishockey Liga hat unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen. Während der Deutsche Eishockey-Bund mehr Zeit für Länderspiele begrüßte, übten DEL-Vertreter Kritik am neuen Spielplan.

Das von den Gesellschaftern der Deutschen Eishockey Liga (DEL) beschlossene Reformpaket ist bei den Kooperationsvertragspartnern auf breite Zustimmung gestoßen. In den eigenen Reihen allerdings hält sich die Freude gerade bei den Branchenführern in Grenzen.

"Die Nationalmannschaft bekommt durch die Reduzierung der Spielanzahl wieder mehr Zeit für Länderspiele. Damit verdeutlicht die DEL ihren bereits eingeschlagenen Weg, die Nationalmannschaft als Aushängeschild anzuerkennen", sagte Franz Reindl, Generalsekretär des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB).

"Das war genau das, was wir wollten"

Die für die 2. Liga zuständige Eishockeyspielbetriebsgesellschaft (Esbg) zeigte sich erfreut über die Rückkehr zu Auf- und Abstieg. "Das war genau das, was wir wollten. Den Zweitligaklubs muss man ja auch eine Perspektive geben", meinte Esbg-Geschäftsführer Oliver Seeliger und kündigte an, dass die Reformen nicht am Veto der Esbg scheitern werden.

Die DEL hatte im Rahmen ihrer Gesellschafterversammlung am Mittwoch in Berlin entschieden, in der Saison 2008/09 den Auf- und Abstieg wiedereinzuführen, die Liga auf 16 Teams aufzustocken und dennoch die Zahl der Spiele auf 52 pro Team zu reduzieren. Bei der Erstellung des Spielplans werden die 16 Vereine in vier sportlich gleichwertige Gruppen eingeteilt und die Paarungen nach einem komplizierten Schlüssel erstellt. Es wird aber weiter eine gemeinsame Tabelle geben.

"Man braucht jetzt einen Rechenschieber"

Dieser Modus ist auch einigen DEL-Vertretern ein Dorn im Auge. "`Für den Spielplan braucht man jetzt einen Rechenschieber. Es besteht die Gefahr, dass attraktive Spiele oder Derbys auseinandergerissen werden", meinte DEG-Geschäftsführer Elmar Schmellenkamp. So tragen zum Beispiel die Kölner Haie in der kommenden Saison gegen die Top-Teams Adler Mannheim, Eisbären Berlin und Frankfurt Lions nur jeweils ein Heimspiel aus.

Grundlage für die Ansetzungen ist die jeweils zwei Jahre zurückliegende Hauptrunden-Abschlusstabelle. Jedes Team spielt gegen jede Mannschaft viermal, außer den Mannschaften aus der Gruppe A (Plätze 1, 8, neun und 16) gegen die Gruppe D (4, 5, 12, 13) und aus der Gruppe B (2, 7, 10, 15) gegen die Gruppe C (3, 6, 11, 14). Hier gibt es jeweils nur zwei Aufeinandertreffen.

Die DEL-Branchenführer Adler Mannheim, DEG Metro Stars und Kölner Haie hatten sich für eine Verkleinerung der Liga auf zwölf Teams ausgesprochen, waren jedoch am Veto der kleineren Klubs gescheitert. "Wir schlagen jetzt keine Purzelbäume vor Freude. Wir standen für ein anderes Modell, aber es ist wichtig, dass die wesentlichen Elemente enthalten sind", so Schmellenkamp.

Mannheims Manager Marcus Kuhl sprach von einem vernünftigen Kompromiss: "Im Sinne der Gemeinschaft muss man bei ein paar Forderungen auch mal zurückstecken." Haie-Geschäftsführer Thomas Eichin machte deutlich: "Wir haben unser Konzept, unsere Gesamtphilosophie sehr deutlich gemacht und damit auch positive Entwicklungen vorangetrieben."

© SID

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