Eishockey DEL
DEL-Trainer haben die Eisbären auf dem Zettel

Auch in der neuen DEL-Saison führt wohl kein Weg an den Eisbären Berlin vorbei. 14 von 16 Coaches nannten in einer sid-Umfrage den Meister als Favoriten auf den Titel.

Den ersten Titel haben sie bereits verloren, der zweite aber scheint für sie reserviert: Die Eisbären Berlin sind in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) der unumstrittene Topfavorit auf die Meisterschaft. "Sie haben den besten Mix aus Top-Ausländern und guten deutschen Spielern. Und sie haben sich auch diesmal top verstärkt", sagt Stephane Richer, Trainer des Aufsteigers Kassel Huskies, und spricht damit für fast alle seiner Kollegen: 14 von 16 DEL-Coaches sehen in einer Umfrage des Sport-Informations-Dienstes (sid) den Double-Gewinner als heißen Titelkandidaten.

Nicht mehr verteidigen können die Berliner allerdings ihren Pokalsieg aus der Vorsaison, denn das Team von Meistertrainer Don Jackson schied am Sonntag in der ersten Runde aus - trotz zweier Siege (5:3 gegen den ETC Crimmitschau und 10:2 gegen die Blue Lions Leipzig). Ins Viertelfinale zog nur der Gruppenerste Hannover Scorpions ein, der gegen die beiden unterklassigen Vereine höher gewann (4:2 und 13:2). Ein direktes Duell zwischen den DEL-Klubs gab es nicht.

"Der neue Modus ist nicht nachvollziehbar. Dem Zufall ist Tür und Tor geöffnet", schimpfte Nationalspieler Stefan Ustorf: "So ein Kinderkram, da gewinnst du zweimal und scheidest trotzdem aus."

Hohe Hürde zum Auftakt

Wenn der Ärger über das kuriose Pokal-Aus verraucht ist, beginnt am Donnerstag (19.30 Uhr/live bei Premiere) beim "Vize" Kölner Haie die Jagd auf den vierten Meistertitel nach 2005, 2006 und 2008. Den vierten Triumph in fünf Jahren traut den Berlinern fast die gesamte DEL zu, lediglich Bill Stewart von den Hamburg Freezers und Liga-Neuling Steve Sterling (Iserlohn Roosters) wollten sich als einzige Trainer auf gar keinen Favoriten festlegen.

Für die anderen ist aber klar: Der Meister steht am Ende wieder ganz oben. "Berlin ist der Titelfavorit, weil die Eisbären nahezu die gleiche Mannschaft haben, mit sehr guten jungen deutschen Spielern besetzt sind und noch ein paar Ausländerlizenzen offen haben", sagt Andreas Brockmann von den Nürnberg Ice Tigers.

Kaum Abgänge, starke Zugänge

In der Tat ist das Meisterteam praktisch komplett geblieben, lediglich die Nationalspieler Tobias Draxinger (zum ERC Ingolstadt) und Christoph Gawlik (zu den Frankfurt Lions) sowie Richard Mueller (zu den Hamburg Freezers) verließen den Klub. Im Gegenzug holte Manager Peter John Lee Richie Regehr aus Frankfurt, einen der besten Verteidiger der Vorsaison, und den 22-jährigen US-Amerikaner Matt Mcilvane.

Damit sind erst neun von maximal zwölf Ausländerpositionen besetzt, allerdings dürfen in der neuen Saison auch nur noch zehn Legionäre pro Spiel eingesetzt werden. Von den insgesamt 15 Deutschen im Kader stehen vor allem die Youngster Rene Kramer (20), Daniel Weiß (18), Constantin Braun (20) und Elia Ostwald (20) auf dem Prüfstand.

Ein weiterer Pluspunkt für die Eisbären ist die neue Arena, in der 10 000 Zuschauer mehr Platz finden als im alten Wellblechpalast. Die "Begeisterung im neuen Stadion", so Krefelds Coach Igor Pawlow, werde den Titelverteidiger zusätzlich beflügeln.

Auch Mannheim und Köln mit Chancen

Als härteste Konkurrenten kommen für die DEL-Trainer nur Rekordmeister Adler Mannheim (6 Nennungen) und Finalist Köln (5) in Frage. Branchenprimus Mannheim, der mit acht Mill. Euro wieder den größten Etat der Liga stemmt, ließ mit der Verpflichtung des ehemaligen NHL-Torhüters Fred Brathwaite aufhorchen.

Köln musste dagegen den Verlust seines Topscorers Ivan Ciernik verkraften, der nach Krach mit Trainer Doug Mason zum russischen Klub Sibir Nowosibirsk wechselte. Ihn soll NHL-Veteran Mike Johnson ersetzen. Zudem fällt Nationaltorwart Robert Müller auf unbestimmte Zeit aus, weil er wegen des wieder gewachsenen Hirntumors erneut operiert werden musste.

Außenseiterchancen werden den Frankfurt Lions (3), den Nürnberg Ice Tigers (2) und der Düsseldorfer EG (1) eingeräumt.

© SID

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