Eishockey DEL
DEL von Krupps Reform-Gedanken wenig angetan

Kurz vor dem Start der WM in Russland hat Bundestrainer Uwe Krupp der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) Reformen vorgeschlagen. Gernot Tripcke, Geschäftsführer der DEL, lehnt die Vorschläge des Bundestrainers jedoch ab.

Bei der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) stoßen die Forderungen von Bundestrainer Uwe Krupp nach schnellen Reformen auf wenig Gegenliebe. Vor allem eine weitere Reduzierung des Ausländerkontingentes lehnt die Profiliga ab. "Man kann nicht pauschal sagen: Wir streichen zwei Ausländer. Das ist nicht des Rätsels Lösung. Dann werden die deutschen Spieler 30 Prozent teurer", sagte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke, der von der harschen Kritik des ehemaligen NHL-Profis "ein bisschen überrascht" war.

Dennoch unternimmt der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) noch vor der WM in Russland (27. April bis 13. Mai) einen erneuten Vorstoß, die Zahl der Legionäre in der DEL von derzeit elf auf zehn zu reduzieren. "Wir werden noch in dieser Woche der DEL ein Arbeitspapier vorlegen", kündigte DEB-Generalsekretär Franz Reindl an und erläuterte: "Wir müssen mit kleinen Schritten vorankommen und schon für die nächste Saison um einen Ausländer reduzieren."

Derzeit gilt die sogenannte "11+1"-Regelung: Die Klubs dürfen zwölf Ausländer verpflichten, aber jeweils nur elf pro Spiel einsetzen. "Wenn wir jedes Jahr um einen Spieler reduzieren, sind wir 2010 bei acht. Das ist okay, da können wir bleiben", sagte Reindl mit Blick auf die Heim-WM in drei Jahren. Um den Klubs den Vorschlag schmackhaft zu machen, will der DEB nur noch 20 statt bislang 22 Spieler pro Partie aufs Eis lassen. Damit sollen höhere Personalkosten vermieden werden.

Keine Chance für Verbands-Vorstoß

Dem Vorstoß des Verbandes gibt Tripcke allerdings keine Chance. "Ich halte es für unwahrscheinlich, dass für die nächste Saison etwas geändert wird", sagte der DEL-Geschäftsführer. Den Vorwurf Krupps, es werde nur geredet, aber nichts geändert, wies Tripcke zurück: "Unter dem Strich haben wir in den vergangenen Jahren um zehn Ausländer pro Klub reduziert, wir haben einen Nachwuchsförderpool eingerichtet, und die DEL-Klubs stellen 90 Prozent der Nachwuchs-Nationalmannschaften."

Tripcke verwies auf andere Sportarten: "In der Handball-Bundesliga gibt es keine Ausländerbeschränkung, trotzdem ist Deutschland Weltmeister geworden. Die Fußball-Bundesliga hat mehr Ausländer als wir, dennoch sind die Fußballer WM-Dritter. Das kann nicht die Ausrede sein." Außerdem habe die Eishockey-Nationalmannschaft vor drei, vier Jahren, als noch mehr Legionäre in der DEL spielten, besser abgeschnitten als jetzt und sei immer unter den ersten Acht gelandet.

Statt die Ausländerstellen weiter zu verringern, müsse der Nachwuchs auf eine breitere Basis gestellt werden. "In Landshut oder Füssen wird hervorragende Arbeit geleistet", sagte Tripcke: "Aber in den Großstädten, in Hamburg, in Frankfurt, im Ruhrgebiet, da rennen Mill. an uns vorbei, die wir nicht erreichen." Dieses Thema werde in den zuständigen Gremien mit DEB und DEL behandelt, "und da gehört es auch hin".

Krupp: "Wir planen jetzt für 2050"

Krupp hatte unter anderem dieses "Schneckentempo" kritisiert: "Immer wird ein neues Gremium gegründet, und wir ziehen uns Kaffee und Kuchen rein, aber es passiert nichts. Wir planen jetzt für 2050."

Erst wenn die Basis breiter sei, könne man weitere Ausländer streichen, sagte Tripcke: "Das ist nur ein Mosaiksteinchen, aber das letzte." Derzeit gebe der Markt nicht genügend deutsche Spieler her. Zudem müssten durch den Aufstieg des EHC Wolfsburg und die Aufstockung auf 15 Klubs ohnehin schon 15 weitere Deutsche für die DEL gefunden werden.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%