Eishockey DEL
Drittes Finale könnte Abschied vom "Welli" sein

Das dritte Finalspiel der DEL zwischen den Eisbären Berlin und den Kölner Haien könnte heute die Vorentscheidung in der Meisterschaft und den Abschied vom Wellblechpalast bringen.

Der mögliche Abschied vom Berliner Wellblechpalast droht aufgrund der Affäre um den verweigerten Dopingtest von Florian Busch in Vergessenheit zu geraten. Das dritte Finalspiel der Deutschen Eishockey Liga (DEL) heute (19.30 Uhr/live bei Premiere) zwischen den Eisbären Berlin und den Kölner Haien könnte beim Stand von 1:1 nicht nur eine Vorentscheidung im Kampf um die Meisterschaft, sondern auch das letzte Spiel im altehrwürdigen "Welli" bedeuten, was in der Öffentlichkeit jedoch beinahe untergeht.

Auch Nationalspieler Sven Felski hat Gedanken an den Abschied bislang kaum zugelassen, aber aus einem anderen Grund. "Ich habe das Thema bislang ausgeblendet, denn uns steht ein schweres Spiel bevor. Wahrscheinlich rückt es erst nach dem Match so richtig in meine Gedankenwelt", sagte "Felle". Als Vierjähriger betrat das Berliner Urgestein, das seit 1992 beim zweimaligen DEL-Champion zum festen Inventar gehört, auf etwas wackligen Füßen erstmals das Eis des Wellblechpalasts. Weiche Knie werde er nach der Partie wohl wieder verspüren, mutmaßte der heute 33-Jährige.

Sven Felski: "Für die Zukunft des Vereins ist der Umzug notwendig"

Doch in die Wehmut mischt sich auch Vorfreude auf das neue Domizil. Der 1963 errichtete Wellblechpalast weicht in der kommenden Saison einer 150 Mill. Euro teuren Multifunktionsarena am Ostbahnhof mit bis zu 17 000 Zuschauern. "Ich freue mich, dass ich dort spielen darf. Für die Zukunft des Vereins ist dieser Umzug notwendig", meinte der 123-malige Nationalspieler. Zuvor allerdings soll der "Welli" einen letzten großen Höhepunkt erleben: "Wir werden bis zum Umfallen kämpfen, um uns den Sieg zu holen. Dann machen wir in Köln den Sack zu."

Doch die große Frage ist, wie die Eisbären die 1:2-Niederlage vom Dienstag in Köln und vor allem den Wirbel um den verweigerten Dopingtest von Busch weggesteckt haben. "Das ist eher in den Medien ein Thema. Wir versuchen, das von der Mannschaft fernzuhalten", sagte Angreifer Andre Rankel. Auch Trainer Don Jackson betonte: "Auf meine Arbeit hat das Problem keinen Einfluss."

Dopingaffäre bringt Imageschaden für den Sport

Auch die Kölner glauben zumindest öffentlich nicht, dass die Affäre die Konzentration der Eisbären schwächen könnte. "Sie werden das hoffentlich ausschalten können. Denn das Finale soll sportlich entschieden werden", sagte Geschäftsführer Thomas Eichin, der in der Affäre einen großen Imageschaden für das deutsche Eishockey sieht: "Wir reißen uns den Arsch auf, um die Sportart in ein besseres Licht zu bekommen, und was lese ich in den Zeitungen: nichts über das tolle Finale, sondern nur über die Affäre um Busch."

Auch Haie-Trainer Doug Mason glaubt nicht an eine Verunsicherung des Gegners. "Sie werden bereit sein", sagte der Coach, betonte jedoch: "Der größere Druck liegt wegen des Heimvorteils bei den Eisbären." Sollten die Kölner in Berlin gewinnen, könnten sie am Sonntag (14.30 Uhr/live bei Premiere) in der bereits mit 18 500 Zuschauern ausverkauften heimischen Arena den neunten Titel perfekt machen.

Die Haie setzen dabei auf den rechtzeitig genesenen Torjäger Dave Mcllwain. Der 40 Jahre alte Routinier hatte quasi vom Krankenbett (Grippe) den Siegtreffer in der zweiten Partie geschossen und verspricht: "Ich hab' noch Benzin im Tank."

© SID

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