Eishockey DEL
Eichin kritisiert DEB im "Fall Busch"

Der Geschäftsführer der Kölner Haie, Thomas Eichin, hat den DEB wegen seiner Einschätzung im Fall Florian Busch massiv kritisiert. Der Verband habe naiv gehandelt, so Eichin.

Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) muss sich massive Kritik im Fall des Doping-Test-Verweigerers Florian Busch vom deutschen Meister Eisbären Berlin gefallen lassen. Thomas Eichin, Geschäftsführer des Play-off-Finalisten Kölner Haie, hat dem Verband Naivität vorgeworfen. "Die haben das Thema völlig unterschätzt und gedacht, es regelt sich irgendwie. Es war sehr naiv gedacht. Man musste kein Prophet sein, um zu wissen, dass es mit einer Geldstrafe für den Spieler nicht erledigt ist. Es ist noch lange nicht ausgestanden. Es werden sich noch viele mit dem Thema beschäftigen", sagte der 41-Jährige im Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger.

Busch hatte am vergangenen Sonntag das 2:1-Siegtor für die Eisbären in der Verlängerung im vierten Play-off-Finale in Köln erzielt und damit den dritten Titelgewinn der Berliner in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) perfekt gemacht.

Eichin: "Die Nada wird sich wehren"

Die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) werde sich wehren, so Eichin, deren Kernpunkt seien nun mal unangemeldete Doping-Kontrollen: "Das kannst du nicht so lapidar erledigen, nach dem Motto: Der arme Kerl war gestresst. Das muss man anders machen, das war schlecht fürs Eishockey."

Köln habe während der Finalserie nichts Negatives gesagt, auch nicht, als Busch das Siegtor geschossen habe. Der Nationalstürmer sei spielberechtigt gewesen und habe "seinen Job erledigt". Eichin weiter: "Aber so wie der Fall gelaufen ist, so kannst du das nicht anpacken. So fahrlässig kann man mit so einem Thema nicht umgehen. Das war schädlich für das deutsche Eishockey."

Die Sportart brauche Profis. "Es gibt im Sport Leute, die kümmern sich zwölf, 13 Stunden am Tag um ihren Job", meinte der KEC-Geschäftsführer, "und dann gibt es welche, die das zehn Minuten am Tag machen, weil sie noch einen anderen Job machen. Das ist immer schlecht."

Er sieht auch den Finalgegner in dieser Angelegenheit in der Verantwortung. "Doping ist ein ganz zentrales Thema im Sport. Das kannst du nicht aussitzen oder liegen lassen. Man muss offensiv mit dem Thema umgehen. Du musst dir überlegen: Wen schützt du zuerst? Normalerweise ist das der Klub", so Eichin. Manchmal müsse man Entscheidungen treffen, die wehtun.

© SID

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