Eishockey DEL
Ex-Füchse-Coach Draisaitl tritt gegen Pape nach

Nach seiner plötzlichen Entlassung als Trainer der Füchse Duisburg spuckt Peter Draisaitl Gift Richtung Klub-Boss Ralf Pape. "Das ist der Witz des Jahrhunderts", empört sich der Geschasste.

Eine einvernehmliche Trennung sieht anders aus. Vielmehr tritt Trainer Peter Draisaitl nach seiner überraschenden Entlassung am Neujahrstag beim Eishockey-Klub Füchse Duisburg gegen Vereinsboss Ralf Pape nach. "Das ist doch der Witz des Jahrhunderts", sagte der ehemalige Nationalspieler dem sid und wirft Füchse-Boss Ralf Pape schlechten Stil vor: "Er kann nicht mit Menschen umspringen wie er will. Es geht hier um meine Reputation als Trainer."

Draisaitl war am Dienstag zwei Tage nach dem 6:3-Sieg bei Aufsteiger EHC Wolfsburg nach nur 71 Tagen als Coach des abgeschlagenen Schlusslichtes der Deutschen Eishockey Liga (DEL) von Pape gefeuert worden. Offizielle Begründung: Die Chemie zwischen dem Coach und dem Mäzen, der etwa zwei Drittel des Drei-Millionen-Euro-Etats stemmt, habe nicht gestimmt.

Draisaitl konkretisiert dies. Er habe in zwei Personalfragen mit Pape nicht auf einer Wellenlinie gelegen. So ist dem 42-Jährigen, der erst am 22. Oktober die Nachfolge von Dieter Hegen angetreten hatte, vor allem eine Torwart-Diskussion zum Verhängnis geworden. Nach dem Wechsel von Nationaltorhüter und Leihspieler Robert Müller zu den Kölner Haien wollte Pape unbedingt Christian Rohde als festen Stammkeeper sehen, Draisaitl dagegen ließ rotieren.

Draisaitl: "Ich bin kein Clown"

"Man kann mich doch nicht entlassen, nur weil ich erst herausfinden wollte, wer der bessere Torhüter ist", sagte der gebürtige Tscheche, der sich diesbezüglich auch nichts hätte vorschreiben lassen: "Ich bin Eishockey-Trainer und kein Clown." Zudem soll Pape mehr Eiszeit für Stürmer Igor Alexandrow gefordert haben.

Der mächtige Füchse-Chef gibt selbst offen zu, dass die nicht in seinem Sinne getroffenen Personalentscheidungen die Entlassung auslösten: "Ich bezahle den DJ, also möchte ich auch bestimmen, welche Musik gespielt wird." Zudem hätte Draisaitl über das Saisonende hinaus ohnehin keine Zukunft gehabt. Nach der Entscheidung, die Füchse Duisburg auch in der kommenden Saison an den Start zu schicken, habe er für sich entschieden, einen ausländischen Trainer zu holen.

Auch Spieler über Trainer-Entlassung verwundert

Auch darüber sei er nicht informiert gewesen, sagt Draisaitl: "Dafür gab es keine Anzeichen. Ich habe sogar schon Trainingspläne für die neue Saison in der Schublade." Im Spielerkreis herrscht Verwunderung. "Als Profis müssen wir das akzeptieren, auch wenn Peter gute Arbeit geleistet hat", sagte der verletzte Kapitän Torsten Kienass. Die Statistik spricht für Draisaitl: Unter seiner Regie gewannen die zuvor nicht konkurrenzfähigen Füchse acht von 20 Spielen.

Als Interimscoach wird der bisherige Co-Trainer Karel Lang die Mannschaft betreuen. Auch wenn die Saison im Prinzip gelaufen sei, wolle man sie "halbwegs vernünftig abschließen", sagte Pape. Eine Kaderreduzierung wie in der vergangenen Saison, auch um Gehalt zu sparen, werde es nicht geben.

© SID

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