Eishockey DEL
Jagd auf Eisbären beginnt

Nach WM-Chaos und Doping-Ärger konzentriert sich die DEL wieder auf das Sportliche. Vizemeister Kölner Haie eröffnet heute gegen Titelverteidiger Eisbären Berlin die neue Saison.

Das ohnehin angekratzte Image des deutschen Eishockeys ist nach WM-Chaos, Doping-Ärger und juristischen Nachspielen arg ramponiert. Doch die vielen Negativ-Schlagzeilen sollen der Vergangenheit angehören. Mit einer neuen Super-Arena, einem neuen Modus und einer Offensive im Anti-Doping-Kampf will die Deutsche Eishockey Liga (DEL) bei der heute beginnenden 15. Saison die Sportart wieder in ein besseres Licht stellen.

"Es ist an der Zeit, dass Eishockey wieder sportliche Nachrichten produziert. Wir müssen nach vorne schauen, ohne die alten Dinge zu vertuschen", sagt DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke vor dem ersten Bully im heutigen Spitzenspiel von Vizemeister Kölner Haie gegen Titelverteidiger Eisbären Berlin (19.30 Uhr/live bei Premiere).

Die Liga hofft vor allem auf die Strahlkraft des 150 Mill. Euro teuren "Neuzugangs" der Berliner: die 14 200 Zuschauer fassende modernste Arena Europas. "Das ist ein Highlight der Saison. Die Arena bedeutet einen Quantensprung für die Eisbären und könnte durch die verstärkte öffentliche Wahrnehmung auch der DEL Auftrieb geben", sagt Tripcke.

Eisbären-Coach Jackson: "Wollen beste Mannschaft in Hauptrunde und Play-offs sein"

Das klare Ziel der Eisbären ist der vierte Meistertitel. "Wir wollen die beste Mannschaft der Hauptrunde und der Play-offs sein", erklärte Berlins Trainer Don Jackson, dessen Meisterteam nahezu zusammenblieb und durch Top-Verteidiger Richie Regehr verstärkt wurde.

Das Selbstvertrauen von Jackson ist für seine Trainerkollegen nicht unbegründet. 14 von 16 DEL-Coaches sehen in einer Umfrage des Sport-Informations-Dienstes (sid) den Double-Gewinner als heißen Titelkandidaten. Als härteste Konkurrenten kommen für die Trainer nur Rekordmeister Adler Mannheim (6 Nennungen) und Finalist Köln (5) in Frage.

Nach dem Aufstieg der Kassel Huskies ist die Teamstärke der Liga auf 16 Mannschaften gestiegen. Um einen Spiele-Marathon zu vermeiden, wurde der Wettkampfmodus erneut geändert. Die Vereine wurden in vier Gruppen aufgeteilt, und auf dieser Basis wurde ein Spielplan erstellt, bei dem jedes Team 52 Vorrundenspiele absolviert.

Bundestrainer Uwe Krupp: "Die DEL ist eine Ausbildungsliga"

Durch die Aufstockung der Liga schraubten die Klubs den Gesamt-Etat auf eine Rekordsumme von 84,3 Mill. Euro. Auch der Schnitt liegt mit 5,3 Mill. Euro höher als der im Vorjahr (5,2).

Im Vergleich zu den Summen in der osteuropäischen Kontinental Hockey League (KHL) sind das Peanuts. Bereits in dieser Saison sind einige DEL-Topspieler dem Lockruf des Geldes der KHL gefolgt - ein Trend, der anhalten wird. "Die DEL ist eine Ausbildungsliga für diejenigen, die das meiste Geld haben", meint Bundestrainer Uwe Krupp.

Ein internes Problem ist, dass das Thema Doping die DEL auch in naher Zukunft begleiten wird. Zum Saisonauftakt stehen in Florian Busch, Daniel Kreutzer und Aleksander Polaczek drei Spieler auf dem Eis, die wegen Verstöße gegen Anti-Dopingrichtlinien eigentlich gesperrt sein sollten. Bei Busch (Berlin), der einen Test zunächst verweigert hatte, steht ein Urteil des Dosb-Schiedsgerichtes noch aus. Bei Kreutzer (Düsseldorf) und Polaczek (Nürnberg) wurden die dreimonatigen Sperren wegen wiederholter Abmeldefehler zunächst ausgesetzt.

"Diese ganze Geschichte ist unschön, zum größten Teil überflüssig und schadet definitiv der DEL", meint Tripcke. Um den Imageschaden zu begrenzen, geht die Liga in die Offensive und führt zusätzlich zu den 100 Wettkampfkontrollen auf eigene Kosten ab dem 1. Januar stichpunktartig Trainingstests durch. Zudem wird ein neutraler Anti-Doping-Richter für die DEL installiert.

© SID

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