Eishockey DEL
Mannheims Star-Truppe in der ersten Krise

Nach starkem Saisonstart in der Deutschen Eishockey-Liga durchlebt Top-Favorit Adler Mannheim derzeit eine kleine Schwächephase. Die 0:4-Heimniederlage gegen Hannover bedeutete zuletzt den Verlust der Tabellenführung.

In der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) schwächelt Rekordmeister Adler Mannheim momentan - allerdings auf hohem Niveau: Der haushohe Favorit auf den Titel kassierte beim 0:4 gegen die Hannover Scorpions seine erste Heimniederlage und verlor zugleich die Tabellenführung an den ERC Ingolstadt. Trainer Greg Poss wundert es nicht. "Die anderen Mannschaften mussten sich erst finden. Bei uns hat es von Anfang an gut gepasst, weil wir schon so früh mit der Vorbereitung begonnen haben", stellte der Ex-Bundestrainer fest.

Seinen Traumstart mit acht Siegen in den ersten zehn Spielen hatte der DEL-Rekordmeister vor allem dem intensiven Sommertraining unter Poss zu verdanken. Doch so langsam holt die Konkurrenz auf: Nach drei Niederlagen in den vergangenen vier Partien mussten die Kurpfälzer am Sonntag Platz eins an den ERC Ingolstadt abgeben, der 5:1 im bayerischen Derby bei den Augsburger Panthern gewann.

"Alle Klubs sind derzeit hinter uns, und das ist eine schöne Momentaufnahme", sagte ERC-Manager Stefan Wagner, dessen Team erstmals seit dem 3. März wieder die Tabellenführung übernahm: "Das bedeutet, dass wir derzeit am sichersten von allen in den Playoffs sind." Und mit Blick auf die Eisbären Berlin, die im Frühjahr von Platz eins nach der Hauptrunde zum Titel gestürmt waren, fügte er an: "Was der erste Platz am Ende bedeuten kann, hat man ja in der letzten Saison gesehen."

Erstarkte Panther zeigen sich selbstbewusst

Nach dem fünften Sieg in den vergangenen sechs Spielen rechnet Wagner ohnehin damit, dass die "Panther" noch länger ganz oben stehen werden: "Da gehören wir auch hin." Obwohl der neue Spitzenreiter in Augsburg über weite Strecken dominierte, war der Manager noch nicht ganz zufrieden: "Wir haben immer noch kein überragendes Eishockey gespielt, aber es war gut genug, um zu gewinnen."

Poss hatte dagegen die schwächste Saisonleistung seiner Adler gesehen. "Zum ersten Mal haben wirklich alle nicht 100 Prozent gegeben", meinte der US-Amerikaner. Gegen die Hannoveraner, von Ex-Bundestrainer Hans Zach gewohnt defensiv eingestellt, sei sein Team "wie gegen eine Mauer angerannt". "Wir hätten noch eine Stunde länger spielen können und trotzdem kein Tor gemacht", gab Verteidiger Felix Petermann zu.

Krefeld kann doch noch siegen

Ein wenig entspannt hat sich die Lage bei den Krefeld Pinguinen. Nach vier Niederlagen hintereinander gelang mit 5:1 gegen die Hamburg Freezers endlich der zweite Heimsieg, die Kritik an Trainer Jiri Ehrenberger wurde vorerst ein wenig leiser. "Gott sei Dank haben wir ein Spiel endlich mal so zu Ende gebracht, wie es sein sollte", sagte Manager Franz Fritzmeier und dachte an mehrere Heimspiele zuvor, in denen die Krefelder einen Vorsprung nicht über die Zeit gebracht hatten.

Der umstrittene Ehrenberger stellte nach dem insgesamt schwachen Spiel fest: "Am Anfang waren wir verkrampft, weil der Druck sehr groß war. Von Drittel zu Drittel haben wir mehr Selbstvertrauen bekommen. Am Ende hatten wir nur die Defensive im Kopf, damit nichts mehr anbrennt."

Bezeichnend für die Unzufriedenheit derzeit in Krefeld: Den 1:1-Ausgleich der Gäste durch den ehemaligen Krefelder Christoph Brandner bejubelten viele der nur noch 3 507 Zuschauer genauso laut wie einen KEV-Treffer. Auch forderten die Fans immer wieder den 17-jährigen Andre Huebscher, den Trainer Ehrenberger aber meist auf der Bank schmoren ließ.

© SID

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