Eishockey DEL
"Meisterbär" Busch macht Berlin am Ende glücklich

Florian Busch hat die Eisbären Berlin zum Titel geschossen. Trotz seines Tores in der Verlängerung blieb die Affäre um seinen verweigerten Doping-Test aber ein heißes Thema.

Florian Busch wollte von allem nichts mehr hören, Liga-Chef Gernot Tripcke hielt die Fragen für "völlig fehl am Platze". Nach dem goldenen Schuss des Nationalspielers im spannendsten Play-off-Finale der deutschen Eishockey-Geschichte blieb die Affäre um dessen verweigerten Doping-Test aber dennoch das heißeste Thema. "Ich werde in den nächsten Wochen keine Zeitung mehr lesen", kündigte der Siegtorschütze des neuen deutschen Meisters Eisbären Berlin an.

"Gehe davon aus, bei der WM dabei zu sein"

Der 23-Jährige, der mit seinem Treffer in der Verlängerung zum entscheidenden 2:1 bei den Kölner Haien das "Double" perfekt gemacht hatte, hält seine "Riesendummheit" für ausgestanden. Seinen Einsatz bei der Weltmeisterschaft in Kanada (2. bis 18. Mai) zieht der Stürmer nicht in Zweifel: "Ich gehe davon aus, dass ich dabei bin. Ich will auch unbedingt."

Busch könnte allerdings der Internationale Sportgerichtshof (CAS) noch einen Strich durch die WM-Rechnung machen. Denn die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada), die das milde Urteil des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) mit Verwarnung, Geldstrafe und gemeinnütziger Arbeit nicht akzeptiert und eine Sperre fordert, will die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) einschalten. Selbst der DEB rechnet mit einer höchstinstanzlichen Entscheidung in Lausanne.

Tripcke: "Diskussion sollte endlich beendet sein"

Während Busch gleich nach dem Happy End im Finalkrimi die Doping-Affäre im Alkohol ertränken wollte ("Ich trinke in der Kabine zehn Bier, setze mich in den Flieger und trinke noch mal zehn Bier"), verdrängte Tripcke das Thema auf andere Weise. "Es ist so nebensächlich, so zufällig, dass ausgerechnet Busch das entscheidende Tor geschossen hat", sagte der Geschäftsführer der Deutschen Eishockey Liga (DEL): "Die Diskussion sollte endlich beendet sein."

Für Tripcke kam die zunächst verweigerte und kurze Zeit später nachgeholte Dopingkontrolle Buschs genau zur falschen Zeit auf den Tisch - mitten in der besten und spannendsten Finalserie seit Einführung der Play-offs 1981. "Das war sensationell, allerbeste Werbung für das Eishockey", schwärmte der DEL-Chef: "Jedes Spiel ist durch ein einziges Tor entschieden worden, die Dramaturgie und die Spannung waren nicht zu steigern."

Busch: "Eine unglaubliche Finalserie"

Die Berliner machten ihre drei Siege zum dritten Meistertitel nach 2005 und 2006 frühestens in der Schlussminute, zweimal sogar erst in der Verlängerung perfekt. "Das war eine unglaubliche Finalserie, da ist man mit den Nerven total fertig", sagte Busch und meinte damit nur die Geschehnisse auf dem Eis.

Der Triumph der Eisbären, die um Mitternacht von rund 2000 Fans am heimischen Wellblechpalast empfangen wurden, setzt aber auch ein Zeichen für die Liga. Nur sieben Ausländer standen im Finale für die Berliner auf dem Eis, genauso viele deutsche WM-Kandidaten, dazu fünf weitere einheimische Spieler. "Man kann auch mit vielen jungen Deutschen Meister werden", meinte Busch, der mit seinen 23 Jahren selbst zur neuen Generation der Nationalspieler zählt, die in der DEL Führungsrollen übernehmen: "Man kann mit guter Nachwuchsarbeit weit kommen."

Haie-Goalie Müller blickt bereits nach vorne

Immerhin elf Deutsche boten auch die Haie auf, darunter drei, die ihr WM-Ticket praktisch in der Tasche haben: Torhüter Robert Müller, Verteidiger Andreas Renz und Stürmer Philip Gogulla. Für Goalie Müller war die Enttäuschung zwar "riesengroß", doch nach einer unvergleichlichen Saison mit dem Comeback nach seiner Krebserkrankung, den Wechseln von Adler Mannheim zu den Füchsen Duisburg und später nach Köln blickte der 27-Jährige schon wieder nach vorne: "Jetzt geht es schnell mit der Nationalmannschaft weiter. Ich freue mich schon riesig auf die WM im Eishockey-Mutterland."

© SID

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